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Was ist das Hammerexamen und wann findet es statt?

Das sogenannte Hammerexamen besteht aus zwei Teilen. Den schriftlichen Teil (2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) absolvierst du nach dem 10. Semester – also direkt bevor du ins Praktische Jahr startest. Hier musst du an insgesamt drei Tagen 320 Klausurfragen beantworten. Der mündlich-praktische Teil (3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) findet erst nach dem PJstatt und erstreckt sich über zwei Prüfungstage. Hier stehen patientenbezogene Fragestellungen im Mittelpunkt und es wird in Kleingruppen geprüft.

Wann findet der schriftliche Teil des Hammerexamens statt?

Die Termine für den 2. Abschnitt der schriftlichen Prüfung liegen immer im April und im Oktober. Du kannst sie rechtzeitig auf der Seite des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP)  einsehen. Sie werden nicht nur für das aktuelle Jahr, sondern auch für mindestens die beiden Folgejahre veröffentlicht. Es steht dir frei, dich für den Frühjahrs- oder Herbsttermin zu entscheiden. Die Anmeldefrist endet am 10. Januar (Prüfungstermin April) bzw. am 10. Juni (Prüfungstermin Oktober).

Welche Bedingungen muss ich erfüllen, um für das Hammerexamen (schriftlicher Teil) zugelassen zu werden?

Um den 2. Teil der Ärztlichen Prüfung absolvieren zu können, musst du einige Nachweise vorlegen. Auch wenn es Unterschiede zwischen den Universitäten gibt, brauchst du mindestens folgende Bescheinigungen:

  • bestandenes Physikum (= Abschluss Vorklinik)
  • sämtliche Leistungsnachweise des klinischen Studienabschnitts (alle klinischen Fächer + Querschnittsbereiche)
  • Nachweis über 120 Tage Famulatur
  • Nachweis über die fünf Blockpraktika (Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Pädiatrie und Allgemeinmedizin)

Fang am besten rechtzeitig vor Ablauf der Anmeldefrist an, alle benötigten Dokumente zusammenzutragen. So stellst du sicher, dass die Anmeldung nicht an fehlenden Nachweisen scheitert!

Wie ist der schriftliche Teil des Hammerexamens aufgebaut?

Wie weiter oben beschrieben, erstreckt sich die Prüfung über drei Tage und umfasst insgesamt 320 Multiple-Choice-Fragen. An jedem Tag hast du fünf Stunden Zeit, um die etwa 100 bis 110 Aufgaben zu bearbeiten. Das bedeutet, dass dir pro Frage etwa zweieinhalb Minuten zur Verfügung stehen, dich für die richtige Lösung zu entscheiden. Das klingt erst einmal wenig, aber du wirst sehen, dass sich viele Fragen in wenigen Sekunden lösen lassen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Fragen laut Prüfungsordnung vor allem mit den berufspraktischen Anforderungen an Ärzte, den wichtigsten Krankheitsbildern sowie fächerübergreifenden und problemorientierten Fragestellungen. Die Fragen stammen aus allen 34 klinischen Fächern und beruhen auf dem Gegenstandskatalog des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), den du hier einsehen kannst.

Besonders abgeprüft wird dein Wissen in den Bereichen Anamneseerhebung, körperliche Untersuchung, Labordiagnostik, Interpretation von Resultaten, Diagnosen und Differenzialdiagnosen, Pathologie, Therapieplanung und Pharmakologie, Prävention sowie Verhalten gegenüber Patienten und Angehörigen. Du musst in der Prüfung nachweisen, dass du dein theoretisches Wissen aus dem Medizinstudium für praktische Schlussfolgerungen nutzen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten kannst. Viel Wert legen die Prüfer erfahrungsgemäß auf fächerübergreifende Zusammenhänge.

Die prozentuale Fächerverteilung im 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ähnelt sich immer sehr: Die Innere Medizin als größtes Fach startet mit einem Anteil von circa 20 Prozent. Danach folgt die Pharmakologie mit etwa zehn Prozent der Fragen. Einige weitere große Fächer wie Chirurgie oder Neurologie machen jeweils etwa fünf bis sieben Prozent der Fragen aus. Alle weiteren Fächer kommen lediglich auf einen Anteil von einem bis maximal fünf Prozent. Etwa die Hälfte der Fragen sind recht kurze, „normale“ Ankreuzfragen. Der Rest verteilt sich auf komplexere Fallstudien. Sie beginnen mit längeren Einleitungstexten zur Vor- und Krankengeschichte des Patienten. Darauf folgen dann pro Fall etwa zehn bis 15 Fragen. Diese Fragen können aus allen Themenbereichen stammen.

Nach jedem Prüfungstag darfst du das Aufgabenheft mit den Fragen mit nach Hause nehmen. Solltest du den Raum vor Ablauf der fünf Stunden verlassen, kannst du es in der Regel nach Ende der Prüfung abholen. 

Wie lange sollte ich mich auf die 2. Ärztliche Prüfung vorbereiten?

Da die Stoffmenge nicht zu unterschätzen ist, solltest du für die Vorbereitung mindestens vier bis fünf Monate einplanen. In dieser Zeit ist es am besten, wenn du dich ganz dem Lernen widmest und möglichst keine Veranstaltungen oder Praktika mehr absolvierst. Mach dir am besten einen individuellen Lernplan und nutze z. B. auch die Beispielaufgaben, die das IMPP zur Verfügung stellt. Wenn du dir einen Lernpartner oder eine Lerngruppe suchst, fällt es dir leichter, die lange Lernstrecke durchzuhalten. Außerdem kannst du dich bei Fragen und Problemen austauschen. Auch wenn der Wunsch nach gründlicher Vorbereitung groß ist: Plane dir unbedingt auch Lernpausen und freie Tage ein. So bleibst du motiviert und gibst deinem Gehirn die Chance, das Gelernte zu verarbeiten.

Die 2. Ärztliche Prüfung: Viel Lernaufwand, aber mit der richtigen Vorbereitung machbar

Mit der 2. Ärztlichen Prüfung schließt du den klinischen Teil des Medizinstudiums ab. Da es danach für dich in die Praxis (zunächst ins Praktische Jahr) geht, wird hier an drei Tagen noch einmal dein gesamtes Wissen aus den vorangegangenen sechs Semestern Studium abgeprüft. Mit der richtigen Vorbereitung (auch organisatorisch – Nachweise!) ist die Prüfung aber gut zu bewältigen und du kannst danach im PJ richtig durchstarten!

 

(Quellen

https://www.medi-learn.de/humanmedizin/medizinstudium-klinik/artikel/Das-Hammerexamen-Seite1.php

https://www.lehmanns.de/page/staatsexamenmedizin

https://www.jungmediziner.de/hammerexamen/2021/07/27/ )