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Praxisalltag
Mehr als nur Werbung

Grundlagen des Praxismarketing

Als medizinisches Fachpersonal sind Sie bei gesundheitlichen Anliegen oder Belangen immer die richtige Ansprechperson für Ihre Patientinnen und Patienten. Um eine gute Sichtbarkeit Ihrer Praxis zu erreichen, ist ein gutes (digitales) Praxismarketing nahezu unerlässlich.

Mit einem gut aufgestellten Praxismarketing können Sie:

  • Patientinnen und Patienten erreichen und langfristig an Ihre Praxis binden
  • zielgerichtet (neue) Patientinnen und Patienten ansprechen, informieren und gewinnen
  • Ihren Expertenstatus sichtbar machen und sich von der Konkurrenz abheben
  • sich eine Arbeitgebermarke aufbauen
  • das Ansehen Ihrer Praxis steigern

Oftmals wird mit dem Praxismarketing automatisch Werbung assoziiert. Werbung kann zwar ein Teil dessen sein, allerdings umfasst das Praxismarketing weitaus mehr. Denn dort sind all die Dinge verankert, die die Patientinnen und Patienten eine Bindung mit der Praxis aufbauen lassen – zum Beispiel auch interne Abläufe. Marketing beginnt somit schon bei der Niederlassung mit der Wahl des optimalen Standorts, des Praxisnamens und den angebotenen Leistungen. Praxismarketing lässt sich gut mit einer Grundhaltung beschreiben, die alle Aktivitäten und Entscheidungen der Praxis an den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe ausrichtet.

Grundsätzlich darf die Werbung für Ihre Praxis nicht anpreisend, irreführend, unsachlich oder vergleichend sein. Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz oder das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb können mit Freiheitsstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Allerdings darf unter Beachtung des Berufsrechts und des Heilmittelwerbegesetzes das Leistungsangebot Ihrer Praxis umfassend dargestellt werden. Das wichtigste ist immer, dass der Nutzen der Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht. Durch eine sinnvolle und sachliche Öffentlichkeitsarbeit helfen Sie Ihren Patientinnen und Patienten nicht nur bei der Entscheidungsfindung, sondern auch bei der Bewertung von angebotenen Behandlungsleistungen.

Die Grundlage eines erfolgreichen Marketings ist die Marke Ihrer Praxis. Diese besteht, aufbauend auf dem Leitbild Ihrer Praxis (Corporate Identity), aus dem Erscheinungsbild (Corporate Design), der Kommunikation (Corporate Communication) und dem Verhalten (Behaviour).

Leitbild (Corporate Identity)

Unter Corporate Identity versteht man die Gesamtheit aller Merkmale, die ein Unternehmen kennzeichnet und es von anderen unterscheidet. Dazu zählt beispielsweise die Praxisphilosophie, das Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit sowie die interne und externe Kommunikation. Demnach kann es als wesentliches Hilfsmittel für den Erfolg der Praxis und der Patientengewinnung eingesetzt werden. Die Corporate Identity geht Hand in Hand mit dem Corporate Design. Stellen Sie sich immer die Frage: „Verfolge ich mit meiner Praxis einen Leitgedanken und spiegelt sich dieser in einer gelebten Praxisphilosophie wieder?“ Bedenken Sie zudem: der Leitfaden ist nicht nur für Ihren Außenauftritt relevant! Ihre eigenen Mitarbeitenden sollten sich mit diesem identifizieren können. Denken Sie dran: ein Unternehmen steht und fällt mit seinen Mitarbeitenden.

Erscheinungsbild (Corporate Design)

Hat meine Praxis ein einheitliches (optisches) Auftreten (Visitenkarten, Briefpapier, Kleidung, Räumlichkeiten, Medien, Materialien, Formen, Farben, Zeichen, Symbole, Schriftarten, Logo etc.)?

Da der erste Eindruck von besonderer Bedeutung ist, ist es empfehlenswert, das Erscheinungsbild mit den einzelnen Marketingmaßnahmen, der Mitarbeiterkleidung und den Räumlichkeiten aufeinander abzustimmen. Ziel ist es dadurch einen höheren Wiedererkennungswert und somit auch einen gewissen Werbeeffekt zu erreichen. Achten Sie bei der Farbauswahl auf ein stimmiges Farbkonzept: Bunte Farben sind zwar auffällig, ziehen die Aufmerksamkeit der Betrachtenden auf sich und haben einen Einfluss auf den Wiedererkennungswert Ihrer Praxis, allerdings ist ein abgestimmtes Farbkonzept ratsam, um die Professionalität zu unterstreichen und hervorzuheben und um einen negativen Werbeeffekt zu vermeiden. Das Farbkonzept darf sich nicht nur in der Kleidung Ihrer Mitarbeitenden, sondern auch auf Ihrer Homepage wiederfinden. Zudem sollten die gewählten Farben nicht nur in der Praxis zu sehen sein, sondern auch auf Info- oder Werbematerial und Ihrem Logo. Durch ein solches Logo erhalten Patientinnen und Patienten einen ersten Eindruck von Ihrer Praxis. Es stellt den visuellen Anker mit Wiedererkennungswert dar.

Kommunikation (Corporate Communication)

Wie sieht die interne und externe Kommunikation meiner Praxis aus?

Achten Sie beispielweise darauf, dass Sie Ihre Gegenüber anschauen, zuhören und Fragen stellen, aber ihn/sie nicht unterbrechen. Sprechen Sie konkrete Punkte verständlich an, aber vermeiden Sie dabei unnötige Fachwörter oder Vorwürfe und verwenden Sie anschauliche Beispiele und eine positive Formulierung. Leben Sie eine gesunde Feedbackkultur, konstruktive Kritik sollten Sie zulassen! Eine einheitliche Spruchpraxis (auch im Schrift- und Mailverkehr) innerhalb der Praxis kann zudem hilfreich sein.

Achten Sie hier auch auf Ihr Praxisleitbild: wie möchte ich mit meinem Gegenüber kommunizieren? Hierbei sollte es unerheblich sein, ob Sie mit Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden oder Patientinnen und Patienten kommunizieren.
Doch nicht nur das Wie der Kommunikation ist hier zu beachten, sondern auch welche Kommunikationskanäle genutzt werden.

Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht kann oftmals einfacher sein, als beispielsweise per Telefon. Es ist demnach umso wichtiger, auch für andere Kommunikationskanäle Verhaltensregeln und Spruchpraxen festzulegen.

Verhalten (Corporate Behaviour)

Die Praxiszugehörigen sind intern und extern gleichbleibend freundlich, offen und hilfsbereit. Ein einheitliches und gleichbleibendes Verhalten aller Mitarbeitenden ist im (stressigen) Praxisalltag nicht einfach umzusetzen. Der Umgangston mit den Patientinnen und Patienten sollte immer auch Ihre Praxisphilosophie wiederspiegeln: Wenn Sie sich als Ziel gesetzt haben, jeden Patienten und jede Patientin individuell und mit ausreichend Zeit zu behandeln, sollte Ihre Praxis so organisiert sein, dass dies auch möglich ist. 

Sie sehen: auch hier spielt Ihr Leitbild und Ihre gelebte Kommunikation eine große Rolle!

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