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Medizinische Artikel, ein Stethoskop und zwei Stifte einer in rot und einer in schwarz
Studium

Finanzierung des Medizinstudiums

Mit dem Studium beginnt ein Lebensabschnitt, in dem man eigene Verantwortung übernimmt. Ein Medizinstudium in Deutschland an einer staatlichen Universität ist ohne jegliche Studiengebühren möglich. Anders, wenn man an einer privaten Hochschule studiert: hier fallen in der Regel hohe Studiengebühren an. An einer staatlichen Universität werden dennoch auch Semesterbeiträge gezahlt. Egal, für welche Studienform Sie sich entschieden haben, in beiden Konstellationen fallen Kosten für Studienmaterialien und Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel und Versicherungen an. Diese Kosten werden besonders relevant, wenn der Studienort nicht in der Nähe des Heimatortes und ein Umzug erforderlich ist.

Diese Kosten stellen viele Studierende vor eine große Herausforderung, deshalb möchten wir Ihnen hier ein paar Möglichkeiten an die Hand geben, wie Sie ihr Medizinstudium finanzieren können.

Eine schöne Variante der Studienfinanzierung ist ein Stipendium, da die erhaltene Fördersumme nicht zurückgezahlt werden muss. In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein Stipendium zu erhalten, wobei Fördersumme und Förderdauer variieren. Plattformen wie „e-fellows“ oder „myStipendium“ bieten die Möglichkeit, alle Stipendien auf einen Blick zu erfassen. Zusätzlich zu den allgemeinen Stipendien gibt es explizit für Medizinstudierende über 80 Stipendienangebote in ganz Deutschland, auf welche Sie sich bewerben können. Auch gibt es beispielsweise für Medizinstudierende aus nicht-akademischen Familien oder mit kleinen Kindern extra ausgelegte Stipendien. Eine weitere Entlastung bieten Bücher- oder Lernmittelstipendien.

Good to know: Attraktiv macht diese Stipendien nicht nur die finanzielle Förderung, oftmals haben Studierende ergänzend die Möglichkeit zum Beispiel an Weiterbildungen oder Hospitationen teilzunehmen.

Die Förderung im Rahmen des BAföG bietet Ihnen die Möglichkeit, staatliche Unterstützung zu erhalten. Sie besteht zu einem Teil aus einer Förderung ohne Rückzahlung und zum anderen aus einem zinslosen Darlehen. Hierfür stellt man einen Antrag für ein Jahr bei dem zuständigen Studierendenwerk.

Um BAföG zu erhalten, bedarf es einiger Voraussetzungen:

  • Deutsche Staatsangehörigkeit bzw. Daueraufenthaltsberechtigung
  • Alter: < 30
  • Eignung für die gewünschte Ausbildung
  • Relevant sind ebenfalls das private Einkommen und Vermögen von Ihnen und Ihren Eltern

Außerdem besteht für Studierende, die

  1.  bei Beginn des Studiums das 30. Lebensjahr vollendet haben,
  2.  bei Beginn des Studiums, nach Vollendung des 18. Lebensjahres, bereits fünf Jahre erwerbstätig waren oder
  3.  bei Beginn des Studiums, nach Abschluss einer dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung, drei Jahre erwerbstätig waren (bei kürzerer Ausbildung entsprechend längere Erwerbstätigkeit),

die Möglichkeit, elternunabhängige Förderung zu erhalten. 

Studienkredite entsprechen ebenfalls, wie die BAföG-Förderung, einem Darlehen, jedoch muss die volle Summe zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden. Sie sind eher für die Finanzierung in bestimmten Studienphasen sinnvoll, man sollte also bestenfalls noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen.

Angeboten werden die Kredite von verschiedenen Banken, wie beispielsweise der Deutschen Apotheker- und Ärztebank oder der KfW-Förderbank. Es gibt auch Bildungskredite der Bundesregierung für Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen, diese weisen einen sehr günstigen Zinssatz durch eine Bundesgarantie auf.

Auch wenn ein Studienkredit vollumfänglich zurückzuzahlen ist, bietet er vielen Studierenden die Möglichkeit, ein Darlehen unabhängig vom Einkommen oder Vermögen zu erhalten.

Eine weitere Variante stellen sogenannte Bildungsfonds dar. Hierbei zahlen Investoren in die Fonds ein, dieses Geld wird dann an die Geförderten ausgezahlt. Nach Studienende und sobald Sie in Ihren Job einsteigen, zahlen Sie die Gelder über einen bestimmten Zeitraum und zu einem bestimmten Prozentsatz Ihres Einkommens an die Investoren zurück. Die Rückzahlung beginnt erst bei Erreichen eines Mindestgehalts. Da die Investoren hiermit ein Risiko eingehen, gibt es jedoch einige Kriterien, um gefördert zu werden:

Studienerfolg: Die bereits erworbenen Noten bzw. der Studienerfolg bilden ein wichtiges Kriterium für die Investoren ab.  

Studienfach: Studierende, die ein Studienfach belegen, das ein potenziell hohes Gehalt nach der Ausbildung annehmen lässt, werden tendenziell eher von den Investoren gefördert.

Persönlichkeit: Teilweise werden in persönlichen Gesprächen, die Motivation und der Ehrgeiz der Bewerber und Bewerberinnen geprüft und auf dieser Basis ausgewählt.

Auch bei dieser Finanzierungsmöglichkeit spielt das eigene Einkommen oder das der Eltern keine Rolle.

Eine der gängigsten Methoden der Studienfinanzierung bei den Studierenden neben dem BAföG, ist die Ausübung eines Nebenjobs. Ein solcher Job ermöglicht Ihnen, neben der Finanzierung des Studiums, auch das eigene Wissen anzuwenden und sich weiterzubilden.

Einige Beispiele für Nebenjobs, die diese Kriterien für Sie als Medizinstudentin oder Medizinstudent erfüllen, sind:

  • studentische Hilfskraft im Krankenhaus oder Altenpflegeheim
  • studentische Hilfskraft im Schlaflabor
  • studentische Hilfskraft beim Blutspendedienst
  • Erste-Hilfe-Ausbilderin oder -Ausbilder
  • Präparationsassistentin/-assistent
  • Tutorin/Tutor an der Universität
  • Praktikumsbetreuerin/-betreuer an der Universität
  • Aushilfe im ÄBD