Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Ambulantes
Gesundheitswesen
Ein internationaler Vergleich

Gesundheitssysteme

Gesundheitssysteme werden definiert als die Summe aller Institutionen und Einrichtungen, die an einer gesundheitlichen Versorgung beteiligt sind sowie die damit einhergehenden Aktivitäten und Prozesse.

Bei einer weltweiten Betrachtung aller Gesundheitssysteme wird schnell auffallen, dass sich zwar einige Länder in ihrer Gesundheitsversorgung ähneln, es jedoch kein allgemeingültiges Konzept gibt. Grundsätzlich lassen sich drei Modelle herausarbeiten, nach denen die verschiedenen internationalen Gesundheitssysteme aufgebaut sind.

Das Bismarck-Modell, welches neben Deutschland unter anderem in Österreich, Frankreich, Belgien oder in den Niederlanden implementiert ist, geht auf den Reichskanzler Otto von Bismarck zurück und ist gekennzeichnet durch eine umfassende Pflichtversicherung. Die in Anspruch genommenen Leistungen werden durch Beiträge finanziert, welche die Mitglieder an ihre öffentlichen oder privaten Versicherungsträger zahlen. Grundsätzlich können die Leistungen des Gesundheitssystems frei gewählt werden (z. B. freie Ärztinnen- und Arztwahl); da aber nicht alle Leistungen im Leistungskatalog der Krankenkassen gelistet sind, ist die Inanspruchnahme teilweise mit Zuzahlungen verbunden. Damit die vertragsärztliche Versorgung sichergestellt ist, sorgen die Kassenärztlichen Vereinigungen für eine ausreichende ärztliche Versorgung (Sicherstellungsauftrag).

Das nach dem Gründervater William Henry Beveridge benannte Beveridge-Modell ist charakterisiert durch eine Vollversicherung für die gesamte Bevölkerung, welche vorwiegend durch den Staat finanziert wird. Die Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger haben aufgrund der staatlichen Leistungsfinanzierung keine Wahlmöglichkeiten bei der Leistungsinanspruchnahme. Da es sich um einheitliche Pauschalleistungen handelt, spricht man auch von einer Mindestabsicherung. Das Beveridge-Modell findet unter anderem in Großbritannien, Kanada, Italien, Spanien und den skandinavischen Ländern Anwendung.

Ein weiteres praktiziertes Modell ist das Privatversicherungsmodell, welches in erster Linie mit der USA in Verbindung gebracht wird. Da dort keine Versicherungspflicht besteht, ist jede Bürgerin und jeder Bürger selbst für ihre/seine Krankenversicherung verantwortlich. Da die Gesundheitskosten in den USA zu den höchsten weltweit gehören, sind die Versicherungsprämien entsprechend hoch, was sich viele US-Bürgerinnen und Bürger nicht leisten können. Teilweise sind sie aber durch ihre Arbeitgeberinnen oder ihren Arbeitgeber mitversichert, die/der für das gesamte Unternehmen eine Gruppenkrankenversicherung abschließt. Dabei teilen sich Arbeitnehmerinnen und -nehmer und Arbeitgeberinnen und -geber die Kosten für die Versicherung, verliert die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer jedoch den Arbeitsplatz, endet auch ihr/sein Versicherungsschutz. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine Versicherung direkt über den sogenannten Marketplace zu erwerben. Dort können die Bürgerinnen und Bürger zwischen verschiedenen Versicherungstypen wählen.