Summerschool 2018: Ich als Chef

Summerschool 2018: Ich als Chef

Allgemein Niederlassen!

Zahlreiche Medizinstudenten haben sich – nach den vergangenen Jahren sehr erfolgreichen Summer- und Winterschools – auch für das kommende Event vom 6. bis 10. September 2018 in Willingen angemeldet. Ein paar wenige freie Plätze gibt’s allerdings noch. Also schnell sein lohnt sich jetzt! Wir berichten was euch erwartet.

Der Plan von der eigenen Praxis

Träumt ihr von einer eigenen Praxis? Ihr interessiert euch für die unternehmerischen Aspekte einer Niederlassung und wollte echte Einblicke in den Praxisalltag bekommen? Unsere Fachreferenten bei der Summerschool informieren euch über die Besonderheiten in der ambulanten Versorgung und berichten aus erster Hand über die Rolle eines niedergelassenen Arztes im deutschen Gesundheitswesen.

Niederlassung: Chancen und Risiken

Spannend wird es beispielsweise im Modul „Ich als Chef“: Ein Facharzt für Allgemeinmedizin berichtet in seinem Vortrag über die Chancen, aber auch über die Risiken einer eigenen Praxis. Und er sagt Wer Freiraum haben möchte, ist in der Niederlassung sehr gut aufgehoben.“

Er selbst betreibt eine Praxis in Stadtallendorf und stellt euch die verschiedenen Praxisvarianten vor. Auch die Unterschiede zwischen Stand und Land lernt ihr kennen. Besonders interessant sind die Ausführungen zu den hausärztlichen Versorgungslücken – in mehreren hessischen Planungsbereichen droht nämlich bereits eine Unterversorgung. Was das bedeutet und was passiert, wenn in bestimmten Gebieten eine ärztliche Unterversorgung eintritt, erfahrt ihr in der Summerschool.

Aus der Praxis

Ob Hausbesuche, Büroarbeit oder Sprechstunden – wie hoch ist eigentlich die tatsächliche Arbeitsbelastung und wie viel verdient ein niedergelassener Arzt? Auch drauf gibt’s Antworten direkt aus der Praxis.

Zum Abschluss gibt’s natürlich auch noch wertvolle Tipps für die ersten Berufsjahre für euch. Welche Fehler sollten junge Ärzte unbedingt vermeiden? Was gilt es zu beachten?

Jetzt kostenlos anmelden

Klingt spannend? Dann sichert euch jetzt eure Teilnahme an unserer Winterschool in Willingen vom 6. bis 10. September 2018!

Auf dem Programm stehen neben den Fachvorträgen auch jede Menge Spaß und Aktion. Übrigens: Übernachtung, Verpflegung, Seminar- und Freizeitangebot sind für euch natürlich kostenfrei!

Neugierig? Dann schaut euch das Video zu unserer letzten Winterschool an. Hier bekommt ihr einen tollen Eindruck von unserer Studentenakademie.

Zur Anmeldung und zum detaillierten Programm geht’s hier.

Weiter geht’s: Förderung der Famulatur wird 2019 fortgesetzt

Weiter geht’s: Förderung der Famulatur wird 2019 fortgesetzt

Rund ums Studium

Gute Nachrichten für Medizinstudenten in Hessen: Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) fördert auch in 2019 die Famulatur in einer hausärztlichen Vertragsarztpraxis. Voraussetzung bleibt, dass die Praxis ihren Sitz in einer hessischen Stadt oder Gemeinde mit bis zu 25.000 Einwohnern hat.

Richtig gut: Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat die Gesamtförderhöhe sogar noch einmal erhöht. Da die Förderhöhe mit 595 Euro pro Monat unverändert bleibt, bekommen daher noch mehr Studenten die Möglichkeit einer geförderten Famulatur.

Förderberechtigt sind Studenten der Humanmedizin, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind. Die maximale Förderdauer beträgt weiterhin zwei Monate. Die Auszahlung der Fördergelder erfolgt nach Abschluss der Famulatur. Dazu muss der Famulus lediglich eine von der Vertragsarztpraxis unterschriebene Bescheinigung über die erfolgreich absolvierte Famulatur bei der KVH einreichen.

Jetzt genauer informieren und Förderung beantragen.

Morgens Theorie, nachmittags Socializing – jetzt zur Studentenakademie anmelden

Morgens Theorie, nachmittags Socializing – jetzt zur Studentenakademie anmelden

Allgemein Rund ums Studium

Die Niederlassung interessiert euch zwar, richtig viel wisst ihr aber noch nicht darüber? Gar kein Problem! Meldet euch einfach zur Winter- oder Summerschool der KV Hessen an und holt euch viele Informationen rund um die Selbstständigkeit als Arzt.

Von Donnerstagabend bis Montagmorgen dreht sich bei der Winter- und Summerschool in verschiedenen Modulen und Vorträgen (fast) alles um die ambulante Tätigkeit in der eigenen Praxis. In den Fachvorträgen der eingeladenen Gast- sowie der KV-Referenten bekommt ihr nicht nur einen Eindruck vom Praxisalltag in der ambulanten Versorgung und von den Aufgaben als Praxischef, ihr nehmt gemeinsam auch die unternehmerischen Aspekte einer Niederlassung unter die Lupe und lernt die Rolle eines niedergelassenen Arztes im Gesundheitswesen ganz genau kennen.

Klingt nach ganz schön viel Input? Ist es auch. Genau deshalb haben wir uns zur Entspannung für euch ein sowohl actiongeladenes wie auch erholsames Freizeitprogramm ausgedacht. 

Ich wäre sofort wieder dabei! Die Teilnahme an der Summerschool ist auf jeden Fall sinnvoll, 
wenn man sich eine Niederlassung vorstellen kann und mehr darüber erfahren möchte. 
Die Organisation war perfekt und die Inhalte sowie das Rahmenprogramm waren klasse.

Ramazan Kartal, Medizinstudent und Summerschool-Teilnehmer 2016

Noch unsicher? Dann seht euch das Video zu unserer letzten Winterschool an. Es gibt euch einen guten Eindruck von unserer Studentenakademie.

Die nächsten Termine
Summerschool 2018: 6. bis 10. September 2018
Winterschool 2019: 7. bis 11. März 2019

Zur Anmeldung und zum detallierten Programm geht’s hier.

Winterschool 2018 – Infotainment für niederlassungsinteressierte Nachwuchsärzte

Winterschool 2018 – Infotainment für niederlassungsinteressierte Nachwuchsärzte

Allgemein Niederlassen!

Jungen Nachwuchsärzten, die sich eine Niederlassung im ambulanten Versorgungsbereich vorstellen können, bietet die KV Hessen mit der Winterschool die Gelegenheit, geballtes Wissen rund um die eigene Praxis zu sammeln. Begleitet wird das Kompaktseminar von einem abwechslungsreichen Aktivprogramm. Ein Angebot, das sehr gut ankommt.

Anfang März war es wieder soweit – im verschneiten Willingen fand die Winterschool 2018 statt. Dazu waren erneut viele niederlassungsinteressierte Nachwuchsmediziner ins Sauerland gekommen, um sich rund um die eigene Praxis zu informieren. Die KV Hessen (KVH) hatte auch dieses Mal ein abwechslungsreiches Seminarprogramm zusammengestellt, das die Niederlassung von allen Seiten beleuchtete und Wissen bereithielt, das den Studierenden im Medizinstudium nicht vermittelt wird.

Was bedeutet es eigentlich, Chef in der eigenen Praxis zu sein? Welche Rolle spiele ich als niedergelassener Arzt im Gesundheitssystem? Und welche wirtschaftlichen Herausforderungen bringt eine Praxisgründung mit sich? Um den Ärzte von Morgen ein möglichst umfassendes Bild von der Selbstständigkeit als Arzt zu geben, war das Seminar in verschiedene Themenschwerpunkte unterteilt. So führten einerseits die Referenten der KVH, Michelle Metz, Yvonne Bender und Sascha Ewald, die Studierenden in das Gesundheitswesen und die Rolle des niedergelassenen Arztes ein. Andererseits gaben externe Referenten wie Jürgen Hillerich von der ApoBank oder Dr. Claus Haeser, Facharzt für Allgemeinmedizin mit eigener Praxis in Diemelsee, Einblicke in die wirtschaftlichen Aspekte einer Niederlassung und den Alltag in der Praxis. Holger Haug, Die Seminarschneider, gab den Teilnehmern darüber hinaus wichtige Tipps für das spätere Chef-Sein.

Wer viel Neues lernt, braucht auch Entspannung. Um die rauchenden Köpfe etwas abzukühlen, standen daher an den Nachmittagen gemeinsame Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Dabei kamen nicht nur die Kuvencracks beim Schlittschuhlaufen, sondern auch die treffsicheren Bogenschützen und mutigen Kletterer auf ihre Kosten. Gelegenheit, das Gelernte und Erlebte noch einmal gemeinsam Revue passieren zu lassen, boten die gemeinsamen Abende bei gutem Essen und dem ein oder anderen kühlen Erfrischungsgetränk.

Die Studierenden zeigten sich begeistert und waren sich einig: Die Winterschool ist ein ideales Angebot für niederlassungsinteressierte Nachwuchsärzte, das sie auf jeden Fall weiterempfehlen würden. Insbesondere weil die ambulante Versorgung während des Studiums nicht so sehr im Fokus steht, habe man aus den Vorträgen viel Neues und Wissenswertes mitnehmen können.

Übrigens: Anmeldungen für die Summerschool 2018 und die Winterschool 2019 sind schon jetzt möglich. Alle Infos zur Studentenakademie gibt es unter www.kvhessen.de/nachwuchs

 

„Praxis.erleben!“ – live, vor Ort und in Farbe

„Praxis.erleben!“ – live, vor Ort und in Farbe

Niederlassen!

Echte Einblicke gibt’s nur im echten Leben. Deshalb nehmen wir euch jetzt mit in die Praxis. Wir zeigen euch, was es heißt, als Arzt jeden Tag für die Menschen und ihre Probleme, aber natürlich auch für ihre Krankheiten da zu sein.

Von kleinen Wehwehchen bis zum großen Check-Up – als selbstständiger Arzt ist man jeden Tag mit den verschiedensten Herausforderungen konfrontiert. Damit ihr euch jetzt schon einen ersten Eindruck vom Alltag eines praktizierenden Arztes machen könnt, bringen wir euch in verschiedene Praxen in ganz Hessen und ermöglichen euch so einen ersten intensiven Einblick.

Erlebt, was es bedeutet in einer Landarztpraxis zu arbeiten, schaut verschiedenen Ärzten einer Gemeinschaftspraxis über die Schultern und besucht einen hochmodernen Praxisneubau.

Macht euch ein eigenes Bild auf der „Praxis.erleben!“-Tour am 14.11.2017 in diesen Praxen:

Die Tour startet am 14.11.2017 in Gießen und ist für euch selbstverständlich kostenlos und all-inclusive. Das heißt für Transport, Transfer aus Frankfurt und Marburg nach Gießen, sowie die Verpflegung sorgen wir!

Du willst dich anmelden? Als Teil des MedWisser Teams ist das kostenlos möglich.

Hier geht’s zu weiteren Infos und der Anmeldung.

Die große Chance für den Ärztenachwuchs

Die große Chance für den Ärztenachwuchs

Allgemein Niederlassen!

Medizinstudierende von heute werden gebraucht, um den drohenden Ärztemangel von morgen zu verhindern.

Sicher habt auch ihr es schon mitbekommen: Die ambulante Versorgungslage in Hessen (und in Deutschland) wird sich in den nächsten Jahren verschlechtern, bis zum Jahr 2030 sogar dramatisch zuspitzen. Es drohen Ärztemangel und Unterversorgung – vor allem in den ländlicheren Gebieten. Zu dieser Prognose kommt unsere neue Publikationsreihe FOKUS: GESUNDHEIT (Download).

Wie aber ist es möglich, dass wir in Hessen trotz konstant wachsender Zahl der Medizinstudierenden in den nächsten Jahren zu wenige Ärztinnen und Ärzte haben? Ganz einfach: Immer weniger Nachwuchsärztinnen und -ärzte möchten, z. B. als Allgemeinmedizinerin oder -mediziner, in die ambulante Versorgung gehen. Sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen oder als angestellter Haus- oder Facharzt zu praktizieren, ist für viele leider keine Option. Und das, wo der Bedarf an ambulanter Versorgung beinahe von Jahr zu Jahr größer wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Medizin ist und wird zunehmend weiblich. Das seht ihr, wenn ihr euch in den Hörsälen umschaut. Und das wiederum bedeutet, dass Themen wie Teilzeitarbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine noch größere Rolle spielen als bisher.

Ohne Nachwuchs keine Praxen

Ihr, die Ärztinnen und Ärzte von morgen, werdet also dringend gebraucht. Wie dringend, macht eine Zahl aus dem hausärztlichen Bereich deutlich: 65 Prozent, also etwa sieben von zehn derzeitigen Praxisinhaberinnen und -inhabern, werden sich bis 2030 zur Ruhe setzen. Im Idealfall geben sie ihre Praxen an eine junge Nachfolgerin oder einen jungen Nachfolger ab. Und genau da kommt ihr ins Spiel.

Sicher, bis zum Jahr 2030 ist es noch eine ganze Weile hin. Und während eures Studiums habt ihr bestimmt erst einmal andere Sorgen. Aber: Ihr seid die nächste Ärztegeneration. Durch euch ist es möglich, die Versorgung in allen Regionen Hessens auch in den nächsten Jahren sicherzustellen.

Eigener Chef(-arzt) sein

Auch wenn ihr euch im Moment noch nicht vorstellen könnt, beispielsweise als Facharzt für Allgemeinmedizin zu praktizieren, solltet ihr wissen, dass die Situation für euch eine große Chance ist. Der Hausarztjob hat nämlich eine Menge zu bieten und ihr werdet Teil einer immer begehrteren, weil selteneren Berufsgruppe: Ihr könnt euer eigener Chef(-arzt) sein und habt die wirklich tolle Gelegenheit, eure Patienten über einen langen Zeitraum zu begleiten und eine enge Arzt-Patienten-Beziehung aufzubauen. Ihr habt es mit vielfältigen Krankheitsbildern zu tun und steht jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Und, ihr verdient als Hausarzt wirklich gutes Geld. Über 220.000 Euro waren es durchschnittlich im Jahr 2015 in Hessen an Honorarumsatz. Ganz ohne Nacht- und 24-Stunden-Schichten.

Außerdem werdet ihr natürlich die Möglichkeit haben, euch unter super geführten und wirtschaftlich erfolgreichen Praxen die passende herauszusuchen. Noch dazu habt ihr wahrscheinlich die freie Wahl, wo in Hessen ihr euch niederlassen möchtet. Denn – ob Praxisübernahme oder Neugründung – in den nächsten Jahren warten viele freie Arztsitze auf euch.

Klingt gut, eine Praxis auf dem Land könnt ihr euch aber so gar nicht vorstellen? Dann überlegt doch einfach mal, was eigentlich dagegen spricht. Hat so eine Praxis nicht auch echte Vorteile? Sie hat! So ist beispielsweise die Konkurrenzsituation, sagen wir mal, ein wenig komfortabler, als in Frankfurt, Kassel oder Darmstadt. Denn während in den Großstädten die nächste Arztpraxis direkt um die Ecke ist, seid ihr in der Kleinstadt vielleicht sogar die einzige Ärztin bzw. der einzige Arzt. Und die Patienten werden nicht weniger. Kurzum: Eine „Landarztpraxis“ ist in vielerlei Hinsicht viel attraktiver, als die meisten von euch glauben.

 

Viele Informationen rund um die Niederlassung findet ihr auch in unserer Broschüre „Lass dich nieder!“ (Download).

„Man sollte die Chance nutzen!“

„Man sollte die Chance nutzen!“

Allgemein Rund ums Studium

Nicola Buß studiert Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Während ihrer einmonatigen Famulatur in einer hausärztlichen Praxis schnupperte sie das erste Mal Praxisluft und begleitete eine Allgemeinmedizinerin und einen Internisten aus Münzenberg bei ihrer täglichen Arbeit. In unserem Interview berichtet sie über ihre guten Erfahrungen.

Welche Erwartungen hattest du an die Famulatur in der hausärztlichen Praxis?
Grundsätzlich wollte ich mich einfach überraschen lassen. Natürlich war ich vor Beginn meiner Famulatur sehr gespannt, die Arbeit eines niedergelassenen Arztes und die Unterschiede zwischen Klinik und Praxis – insbesondere im Hinblick auf den Arzt-Patientenkontakt – kennenzulernen.
Der Umgang mit den Patienten hat mich dann auch sehr beeindruckt. Die Ärzte kennen ihre Patienten sehr gut, es besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Viele Patienten haben wir gesagt, dass sie sich in der Praxis wohl und gut aufgehoben fühlen.

Wie genau sah denn dein Arbeitstag aus?
Los ging es jeden Morgen um 8 Uhr. Ich habe dann erst einmal bei den Blutabnahmen unterstützt. Gut war, dass ich die Gelegenheit hatte, in zwei Bereiche – also in die Allgemeinmedizin und die Innere Medizin – hinein zu schnuppern. So konnte ich jeden Tag entscheiden, welchen der beiden Praxisinhaber ich begleiten möchte.

Welche Aufgaben hattest du neben der Blutabnahme?
Ich durfte mit dem Stethoskop Patienten abhören und Venenzugänge legen. Außerdem konnte ich EKGs schreiben und im letzten Teil der Famulatur sogar eigenständig Gesundheitschecks durchführen. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich auch bei den Hausbesuchen dabei sein durfte.

Nicola konnte ihre praktischen Fähigkeiten während der Famulatur u. a. beim Blutabnehmen und beim EKG schreiben verbessern.
Nicola konnte ihre praktischen Fähigkeiten während der Famulatur u. a. beim Blutabnehmen und beim EKG schreiben verbessern.

Hört sich an, als hätte dir der Monat in der Praxis gefallen. Konntest du denn auch etwas aus deiner Famulatur mitnehmen?
Mir hat es Spaß gemacht, das Erlernte aus zweieinhalb Jahren Studium endlich anwenden zu können. Theorie und Praxis sind eben doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Definitiv verbessern konnte ich meine praktischen Fähigkeiten, zum Beispiel das Blutabnehmen oder das Abhören von Herz und Lunge.

Und, kannst du dir auch vorstellen, später in der Allgemeinmedizin zu arbeiten?
Ich kann mir – auch dank der Famulatur – gut vorstellen, Allgemeinmedizinerin zu werden und mich in einer ländlichen Region niederzulassen. Wirklich festgelegt habe ich mich aber noch nicht. Die Medizin bietet ja auch ein sehr breites Spektrum.

Hast Du zum Abschluss einen Tipp für andere Famulanten?
Man sollte die Chance nutzen, den oder die Praxisinhaber viel zu fragen. Durch den intensiven Austausch habe ich in der kurzen Zeit wirklich viel gelernt. Außerdem ist es wichtig, einen guten Kontakt zum Praxisteam aufzubauen, denn die Patienten registrieren den freundlichen Umgang und die positive Stimmung und fühlen sich gleich wohl in der Praxis.

„Ich wäre sofort wieder dabei!“

„Ich wäre sofort wieder dabei!“

Niederlassen!

Die erste Summerschool in Willingen ist vorbei. Ramazan war als Teilnehmer mit dabei und hat uns in einem kurzen Interview erzählt, wie es ihm gefallen hat.

Arzt in Hessen: Ramazan, du bist bei der Premiere der Summerschool in Willingen mit dabei gewesen. Wie hat es dir gefallen?
Ramazan: Kurz gesagt: Richtig gut! Die Summerschool war die perfekte Mischung. Vormittags gab es interessante Seminare und nachmittags sorgten eine geführten Mountainbike-Tour und eine Kletterpartie im Hochseilgarten für Abwechslung. Passend zum Motto „Morgens Theorie, nachmittags Socializing“. Wir konnten sogar den Wellnessbereich des Hotels nutzen, das war super. Insgesamt war es ein tolles verlängertes Wochenende in ganz entspannter Lernatmosphäre.

Arzt in Hessen: Mit welchen Erwartungen bist du denn nach Willingen gekommen?
Ramazan: Der Gedanke, mich später einmal als Arzt niederzulassen, begleitete mich schon mein ganzes Studium lang. Ich hatte daher viele Fragen zu den finanziellen, organisatorischen und auch arbeitsrechtlichen Aspekten einer Niederlassung. Von der Summerschool habe ich mir möglichst viele Antworten erhofft – und ich wurde nicht enttäuscht. Ich kann sogar sagen: Meine Erwartungen wurden dank der vielen interessanten Informationen und Gespräche sogar übertroffen.

Arzt in Hessen: Du konntest also etwas für deinen weiteren Weg als Arzt mitnehmen?
Ramazan: Ja, absolut. Ich habe zum Bespiel viel über die verschiedenen Niederlassungsformen sowie deren Vor- und Nachteile erfahren. Außerdem bin ich nun in Sachen Bedarfsplanung und Finanzierungsmöglichkeiten deutlich fitter als vorher. Wichtig war für mich auch die Erkenntnis, dass mir die KV Hessen als Ansprechpartner rund um die Niederlassung immer zur Seite steht.

Arzt in Hessen: Die Summerschool hat dich also darin bestärkt, dich später einmal als Arzt niederzulassen?
Ramazan: Das kann man definitiv so sagen. Viele meiner Bedenken und offenen Fragen haben sich durch die Summerschool quasi in Luft aufgelöst. Denn mit dem neuen Wissen habe ich jetzt eine aktualisierte Basis für meine weiteren Überlegungen.

Arzt in Hessen: Würdest du denn noch einmal an der Summerschool teilnehmen bzw. anderen Studenten eine Teilnahme empfehlen?
Ramazan: Ich wäre sofort wieder dabei! Die Teilnahme an der Summerschool ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man sich eine Niederlassung vorstellen kann und mehr darüber erfahren möchte. Die Organisation war perfekt und die Inhalte sowie das Rahmenprogramm waren klasse. Ich kann die Summerschool wirklich empfehlen und möchte mich beim Team auf diesem Weg noch einmal für die vier Tage bedanken.

Hausärzte braucht das Land

Hausärzte braucht das Land

Niederlassen!

Die bundesweite Medizinerdichte nimmt zu, und das seit vielen Jahren. 4,1 praktizierende Ärzte pro 1.000 Einwohner waren es zuletzt. Das zeigt der kürzlich vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) veröffentlichte Ärzteatlas 2016.

Die Zahlen stimmen also. Doch wo sind die Ärzte eigentlich niedergelassen? Auffällig ist, dass sich immer mehr Fach- und Hausärzte in den Großstädten tummeln. Beliebte Orte für eine Niederlassung sind pulsierende Städte wie Berlin, München, Hamburg oder auch Frankfurt. Kurzum: Die große Mehrheit der berufstätigen Ärzte lebt und praktiziert in den Ballungsgebieten. Auch den Medizinernachwuchs zieht es verstärkt in die Metropolen, also dorthin, wo auch außerhalb der Praxis etwas geboten ist. Nicht umsonst ist die sogenannte Work-Life-Balance in aller Munde – auch bei Ärzten. Das gilt insbesondere für den steigenden Anteil junger Ärztinnen, die neben ihrer ärztlichen Tätigkeit oftmals auch eine Familie gründen möchten.

Schwierige Nachfolgersuche

Wie aber sieht es in den ländlichen Region Deutschlands aus, wenn immer mehr Mediziner den Weg in die Stadt suchen? Die Situation ist zumindest nicht einfach. Insbesondere im hausärztlichen Bereich, in dem rund ein Drittel der Ärzte mindestens 60 Jahre alt ist, gestaltet sich die Suche nach möglichen Praxisnachfolgern immer schwieriger. Denn zum einen hält die heranwachsende Medizinergeneration das Leben auf dem Land für wenig attraktiv und zum anderen können sich immer weniger Medizinstudierende und junge Ärzte überhaupt eine Tätigkeit als Allgemeinmediziner bzw. Hausarzt vorstellen. Dabei ist ärztlicher Nachwuchs in den kommenden Jahren vor allem in diesen Bereichen notwendig.

Für Allgemeinmedizin begeistern

Die KV Hessen versucht daher, Studierende an den Universitäten in Hessen und Nachwuchsärzte für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Dazu hat die KV bereits vor drei Jahren die Kampagne „Arzt in Hessen – Sei Arzt. In Praxis. Leb Hessen.“ ins Leben gerufen. Mit verschiedenen Veranstaltungen, Aktionen und Informationsmaterialien sollen die jungen Mediziner über die Situation in der Allgemeinmedizin aufgeklärt und für eine spätere Niederlassung als Hausarzt gewonnen werden. Weitere Angebote wie die neue Förderung der Famulatur in einer hausärztlichen Praxis oder das Doc’s Camp sollen ebenfalls dabei unterstützen, dass auch die allgemeinmedizinische Versorgung weiterhin überall gesichert ist.

Hier gibt es den Ärzteatlas 2016 zum Download.

Die Allgemeinmedizin – besser als ihr Ruf!

Die Allgemeinmedizin – besser als ihr Ruf!

Rund ums Studium

Langweilige Fälle und „Fließbandarbeit“ – Wahrscheinlich kennt ihr auch die vielen Vorurteile, mit denen die Allgemeinmedizin zu kämpfen hat. Lernen sich Student und Fachrichtung erstmal besser kennen, zum Beispiel im Rahmen des Praktischen Jahrs, schmilzt das Eis aber meistens doch. So ging es auch Wiba Keke Wermann, einer frisch gebackenen Ärztin, die ihr PJ in der Allgemeinmedizin gemacht hat – und dabei von der KV Hessen unterstützt wurde.

Yeah, das Studium ist geschafft! Was jetzt?

Ich schwanke zwischen Allgemein- und Innerer Medizin. Mein Praktisches Jahr hat aber mein Interesse für die Allgemeinmedizin gestärkt – das lag vor allem an der Arbeit in der Praxis, in der ich mein PJ absolviert habe. In dieser Zeit merkte ich: die Allgemeinmedizin wird nie langweilig! Als Allgemeinmedizinerin muss man sich ständig weiterbilden und einen Überblick über viele Fachgebiete behalten. Der Ansatz ist immer ein ganzheitlicher, das finde ich gut. In der Inneren Medizin kann man sich wiederum extrem spezialisieren, was auch seine Reize hat. Hämatologie und Onkologie finde ich interessant. Wenn man da noch forschen könnte, zum Beispiel an der Universität, wäre das perfekt. Denn grundsätzlich bin ich auch an der Lehre interessiert.

Stichwort PJ – Du hast die Förderung der KV Hessen in Anspruch genommen. Wie hast du davon erfahren?

Durch unser PJ-Seminar. Dort wurden wir darauf hingewiesen, dass es eine finanzielle Förderung durch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen gibt. Der Leiter dieses Seminares hatte uns auch dazu ermutigt, das PJ in einer Allgemeinmedizinischen Praxis zu durchlaufen. Ich finde es toll, dass durch die Förderung die Arbeit, die wir Studenten in der Zeit absolvieren, Wertschätzung erfährt. Die Betreuung durch die KV Hessen, beziehungsweise die Koordinierungsstelle Weiterbildung, fand ich mehr als zufriedenstellend. Ich habe die Infos und Unterstützung bekommen, die ich brauchte!

Die Allgemeinmedizin ist also für dich eine Option. Eine Niederlassung auch?

Der Vorteil einer eigenen Praxis wäre, dass ich meine eigene Chefin sein könnte. Ich hätte die Möglichkeit, die Praxisstruktur vorzugeben und meinen Beruf so zu „leben“, wie ich es für richtig halte. Allerdings haben wir im Studium keinerlei betriebswirtschaftliches Know-How beigebracht bekommen. Das fehlt mir. Deshalb ist die Anstellung eine weitere denkbare Option. Oder eine Berufsausübungsgemeinschaft. Gerade wenn man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blick hat. In einem tollen Team kann man sich gegenseitig unterstützen, der fachliche Austausch ist intensiver und man kann sich womöglich mehr Freiräume leisten.

Stadt oder Land – Wo zieht es dich hin?

Ich bin in der Stadt aufgewachsen, bin sehr an dieses Leben gewöhnt und schätze die kurzen Wege hier. Aber ein Familienleben stelle ich mir eher im ländlichen Bereich Hessens vor. Und was eine Tätigkeit als niedergelassene Ärztin anbelangt: Ich denke mir, dass der Kontakt auf dem Land zwischen Ärztin und ihren Patienten persönlicher wird, was die Arbeit vielleicht angenehmer macht. Gleichzeitig kann es aber auch sein, dass deine Patienten dich auch außerhalb der Sprechstunden als Ansprechpartnerin sehen. Mhm … Stadt oder Land? Beides hat Vor- und Nachteile. Bis jetzt bin ich noch nicht entschieden.