Wir fördern eure Facharztweiterbildung!

Wir fördern eure Facharztweiterbildung!

Allgemein MedWisser Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium

Das Studium ist geschafft, die Approbationsurkunde ist da – jetzt kann es losgehen mit dem Berufseinstieg! Für viele Ärzt*innen bedeutet dieser Schritt aber trotzdem noch lange nicht das Ende der Ausbildung. Denn alle, die die ärztliche Ausbildung abgeschlossen und die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit haben, können sich weiterbilden lassen, um in einem bestimmten Gebiet als Fachärzt*in zu arbeiten.

Die Facharztweiterbildung

Das Wichtigste vorab: Die Weiterbildung unterscheidet sich von Facharzt zu Facharzt stark. Sie kann zum Beispiel in einen stationären und einen ambulanten Abschnitt unterteilt sein. Die Aufteilung der Weiterbildungsabschnitte hängt auch hier von der gewählten Fachrichtung ab. Ist eine ambulante Weiterbildung vorgesehen, könnt ihr diese zum Beispiel in einer Einzelpraxis, einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) absolvieren. Gegen Ende der Weiterbildung meldet ihr euch dann bei der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) zur Facharztprüfung an und legt dort nach dem Ende der kompletten Weiterbildungszeit die Facharztprüfung ab.

Insgesamt könnt ihr aus 33 fachärztlichen Gebieten wählen, in welchem ihr euch weiterbilden lassen möchtet. Ein Gebiet ist ein definierter Teil einer medizinischen Fachrichtung und bestimmt auch die Grenzen für die Ausübung eurer fachärztlichen Tätigkeit – also ganz konkret: Was dürft ihr als Fachärzt*in, was nicht?

Die Weiterbildungsdauer unterscheidet sich dabei von Gebiet zu Gebiet teilweise erheblich: Während für Biochemie „nur“ 48 Monaten vorgesehen sind, sind es in der Neurochirurgie 71 Monate.

Wir fördern eure Facharztausbildung!

Wie schon im Studium ist die KV Hessen auch in der Facharztweiterbildung an eurer Seite. Aufgrund des prognostizierten Mangels an Hausärzt*innen in Hessen in einigen Jahren fördern wir besonders Mediziner*innen, die sich für eine Weiterbildung im Bereich Allgemeinmedizin entscheiden. Hier erhält die Praxis, in der ihr den ambulanten Teil eurer Weiterbildung absolviert, bis zu 42 Monate lang 5.000 € Förderung, die euch in voller Höhe als monatliches Bruttogehalt auszuzahlen sind.

Allgemeinmedizin ist nicht euer Wunschgebiet? Auch in anderen Bereichen können Praxen die Weiterbildungsförderung erhalten. Die förderfähigen Gebiete werden immer zum 1. Oktober des Jahres festgelegt. Aktuell gehören dazu: Allgemeine Chirurgie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin und Rheumatologie, Orthopädie, Psychiatrie, Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Neurologie sowie Urologie.

Wir sind für euch da!

Ihr steht kurz vor dem Abschluss des Studiums? Oder seid noch mittendrin und möchtet euch frühzeitig über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren? Wir sind für euch da. Auf https://www.kvhessen.de/facharzt/ findet ihr viele Informationen und auch alle erforderlichen Merkblätter und Anträge rund um die Facharztweiterbildung. Infos zur Weiterbildung Allgemeinmedizin gibt’s zusätzlich hier: https://www.kvhessen.de/allgemeinmedizin/

Bei all euren Fragen rund um das Thema Förderung der fachärztlichen Weiterbildung steht euch unser Team natürlich auch immer gerne zur Verfügung.

Tel: 069 24741-6506

Fax: 069 24741-66843

E-Mail foerderung.fachaerzte@kvhessen.de

 

 

 

 

Mehr als Omas Liebling

Mehr als Omas Liebling

Niederlassen!

„Nur Hausarzt?“ –  Fachärzte für Allgemeinmedizin bekommen manchmal Vorurteile ihrer Kollegen zu spüren. Dr. Carina Strube kann über solche Kommentare locker weghören, denn sie ist Hausärztin aus Überzeugung. In Selters teilt sie sich mit zwei Kollegen eine hausärztliche Gemeinschaftspraxis. Wir haben mit ihr über ihren Beruf als Berufung, die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie und die Herausforderungen als Landarzt gesprochen.

Hausärztin zu werden, ist das von Anfang an Ihr Ziel gewesen, als Sie das Studium begonnen haben?

Carina Strube: Zuerst habe ich überlegt, Biologie zu studieren. Aber ich wollte auch immer schon mit Menschen arbeiten und meine Zeit nicht im Labor verbringen.

Ist die Arbeit als Hausärztin auch Typsache?

Carina Strube: Wie gesagt, ich mag die Arbeit mit und am Menschen. Hausärztin kann man nicht nur der Medizin wegen werden. Ich muss eine Mischung aus Ärztin, Sozialarbeiterin, Pädagogin, Eheberaterin und Mädchen für alles sein. Ich habe auch schon der alten Dame, die partout wegen ihres Wellensittichs nicht ins Krankenhaus wollte, zwei Wochen lang den Vogel gefüttert, damit sie sich auf die nötige Operation einlässt. Hausärzte haben eine enge Bindung zu ihren Patienten. Wie oft könnte ich mich eigentlich nur auf die zu behandelnden Kopfschmerzen oder die Schlaflosigkeit konzentrieren? Aber ich muss den Patienten in seiner Gesamtheit sehen. Und wenn im Laufe des Gesprächs herauskommt, dass es in der Ehe Probleme gibt oder man im Job überlastet ist, hat das auch Einfluss auf die Behandlung. So zu arbeiten, das muss man wollen, und nicht jeder ist ein Typ dafür.

Ihre Praxis in Selters ist eher in einer ländlichen Region. Unterscheiden sich Ihre Patienten von denen zum Beispiel in Frankfurt oder Kassel?

Carina Strube: In den Städten, wo es mehr Ärzte gibt, ist wahrscheinlich die Rate beim „Arzthopping“ höher – und die Arzt-Patienten-Bindung in vielen Fällen nicht so ausgeprägt. Dadurch, dass der Ort weniger anonym ist, sieht man sich auch öfter außerhalb der Praxis. Beim Einkaufen oder Laufen kennt mich jeder. Der ganze Ort kennt meine Familie. Ich mag das aber und gehe deshalb nicht drei Orte weiter einkaufen oder laufe woanders.

Und wie werden Sie von Kollegen der anderen Fachgruppen wahrgenommen?

Carina Strube: In der Kollegenschaft herrscht sicherlich das eine oder andere Vorurteil gegenüber uns Allgemeinmedizinern. Da heißt es schon mal: „Ach, du bist nur Hausärztin?“. Ich stehe drüber. Wir sind oft der wichtigste Arzt für die Menschen. Ich sage immer: „An nichts stirbt es sich so leicht wie an einem schlechten Hausarzt.“ Was wir nicht entdecken, bekommt der Facharzt oft gar nicht zur Behandlung zu Gesicht. Wenn ich nicht erkenne, dass das Kribbeln in der rechten Hand ein Schlaganfall ist und nichts mit der Halswirbelsäule zu tun hat und meinen Patienten entsprechend überweise, gibt es auch keinen Neurologen, der den Schlaganfall behandeln kann.

Sie sind verheiratet und Mutter einer zweieinhalb Jahre alten Tochter. Wie verbinden sich bei Ihnen Berufs- und Privatleben?

Carina Strube: Die Gemeinde Selters ermöglicht uns einen Krippenplatz, obwohl wir nicht unmittelbar hier wohnen. Ich habe es so organisiert, dass mein Kind auch darüber hinaus betreut ist. Ein Balanceakt wird es, wenn die Kleine krank wird oder etwas Unvorhergesehenes passiert. Meine Schwiegereltern wohnen in der Nähe und können mal einspringen, aber das klappt auch nicht immer.

War das so für Sie abzusehen?

Carina Strube: Meine persönliche Familienplanung sah mal drei Kinder vor. Daran ist nicht mehr zu denken, nachdem ich hier den Vertragssitz übernommen habe. Und ich kann und will meinen Patienten nicht sagen, dass ich mich ein, zwei Jahre verabschiede und sie einem Vertreter überlasse. Ich würde in der Zeit sicherlich einige Patienten verlieren. Aber: Ich hadere nicht mit meinem Beruf und der Situation! Hausärztin ist für mich der absolute Traumjob. Deshalb habe ich mein Lebens- und Familienmodell so gewählt.

Das heißt, Sie werden auch längerfristig dem ländlichen Praxisalltag treu bleiben?

Carina Strube: Meine Kollegin Dr. Engels und ich stehen noch am Anfang unserer Zeit als niedergelassene Ärzte. Wir bekommen mit, dass unsere Patienten glücklich sind. Und das bringt man uns auch entgegen. An dieser Situation möchte ich nichts ändern.