Nach dem Studium: So klappt’s mit dem Berufseinstieg

Nach dem Studium: So klappt’s mit dem Berufseinstieg

Sechs Jahre Studium sind rum, das Staatsexamen geschafft – jetzt kann es losgehen mit der Karriere als Ärzt*in! Leider hält die Euphorie nach dem Abschluss oft nur kurz an, denn der Berufseinstieg ist für Mediziner*innen gar nicht so einfach. Die passende Stelle finden, mit der neuen Verantwortung klarkommen, sich in Arbeitsprozesse einfinden, an wechselnde Arbeitszeiten (Schichtdienst) gewöhnen, die eigene Weiterbildung organisieren und und und – die Liste an potentiell schwierigen Themen für Berufseinsteiger*innen ist lang. Dennoch kein Grund, um frustriert zu sein oder Angst vor der Zeit nach dem Studium zu haben. Wir haben einige Tipps für mehr Gelassenheit in den ersten Arbeitswochen als Assistenzärzt*in in der Klinik für euch!

1. Augen auf bei der Stellenwahl

Damit es mit dem Berufseinstieg klappt, überlegt euch unbedingt vorher, welche Klinikstelle zu euren Berufszielen passt. Möchtet ihr eine akademische Laufbahn einschlagen, ist ein Universitätsklinikum die richtige Wahl. Wer viele verschiedene Krankheitsbilder sehen möchte und vielleicht auch noch nicht genau weiß, wohin die Berufsreise gehen soll, ist in einem Haus mit Maximalversorgung sicherlich gut aufgehoben. Wer sich eher für Basisversorgung interessiert, wird in einer kleinen Klinik viel lernen.

Wenn die Zeit es erlaubt, kann eine Hospitation sinnvoll und sehr aufschlussreich sein. So könnt ihr herausfinden, ob die Aufgaben und das Team zu euren Wünschen passen. Habt ihr eine Stelle gefunden, die zu euch zusagt, lösen sich andere Probleme des Berufseinstiegs zwar nicht in Luft auf. Aber es ist deutlich einfacher, motiviert zu bleiben, wenn ihr euch bewusst für diesen Weg entschieden habt und wisst, dass er zu eurem beruflichen Ziel passt. 

2. Die neue Rolle annehmen

Vor dem ersten Tag solltet ihr euch auf jeden Fall die Zeit nehmen, eure neue Rolle und Position zu reflektieren. Ihr seid nun kein*e Student*innen mehr, sondern vollwertige Mitarbeiter*innen der Klinik. Auch wenn die Entscheidungsspielräume anfangs noch begrenzt sind, so tragt ihr echte Verantwortung für das Wohl der Patient*innen und müsst medizinische Entscheidungen treffen. Als Neulinge seid ihr trotzdem erst einmal das kleinste Rad im Getriebe und dementsprechend solltet ihr euch verhalten. Von Pflegekräften, die theoretisch weder über noch unter euch stehen, könnt ihr viel Organisatorisches lernen, was das Einfinden in die neue Arbeit und Umgebung erleichtert. Den Patient*innen hingegen ist es egal, dass ihr noch Anfänger*innen bist. Sie erwarten klare Kommunikation und verbindliche Diagnosen. Wenn ihr verinnerlicht habt, welche Rolle ihr in eurem neuen Job einnehmt und wie ihr euch Kolleg*innen und Patient*innen gegenüber am besten verhaltet, könnt ihr mit dem nötigen, aber nicht übertriebenen Selbstbewusstsein durchstarten!

3. Fragen stellen und Hilfe holen

Kein*e Assistenzärzt*in muss vom ersten Tag an alles wissen und alles alleine machen. Ohne Berufserfahrung ist es unmöglich, immer sofort eine Antwort parat zu haben. Deshalb solltet ihr Hilfe annehmen und akzeptieren, dass Nachfragen völlig in Ordnung sind. Vielleicht kann eine routinierte Pflegekraft weiterhelfen, vielleicht – bei Fragen zu Behandlungsschemata oder Routineabläufen – auch erfahrene Assistenzärzt*innen. Und wenn das alles nichts bringt, dann ist immer noch ein*e Oberärzt*in da, um euch ganz konkret zu unterstützen.

Kleiner Tipp: Statt zu jammern und langatmig Probleme zu schildern, stellt Vorgesetzten besser konkrete Fragen, z. B. zur Auswahl des passenden Medikaments oder dem nächsten Behandlungsschritt. So zeigt ihr, dass ihr fokussiert arbeitet, sinnvoll kommuniziert und etwas lernen möchtet.

4. Teamplayer*in sein und Verbündete suchen

Jede*r kämpft für sich allein? Auf keinen Fall. Gute Ärzt*innen sind Teamplayer*innen und unterstützen sich gegenseitig. Mit ihrer fachlichen Kompetenz, im Bereich Organisation oder einfach dadurch, dass sie aufeinander Acht geben und Hilfe anbieten (und zulassen!). Vielleicht gibt es in eurem Krankenhaus oder auf eurer Station ja einen Stammtisch oder ein anderes Forum, in dem Assistenzärzt*innen sich austauschen können? Ihr sitzt schließlich alle im selben Boot und eure Kolleg*innen haben bestimmt noch ein paar gute Tipps parat, die im Stationsalltag helfen.

Fazit: Gut vorbereiten, klare Ziele haben und nicht entmutigen lassen!

Der Berufseinstieg ist für Mediziner*innen keine einfache Phase. Wer sich über die eigenen beruflichen Wünsche und Ziele aber klare Gedanken macht, sich eine passende Stelle sucht und seine neue Rolle annimmt, hat schon große Hürden auf dem Weg genommen. Die Routine bei der Behandlung von Patient*innen kommt durch das stetig wachsende Fach- und Praxiswissen dann Im Laufe der Zeit ganz von selbst. Deshalb: Nicht entmutigen lassen, dranbleiben und euch freuen, dass ihr einen so spannenden und abwechslungsreichen Beruf gewählt habt!

Quellen:

https://www.praktischarzt.de/magazin/10-tipps-fuer-assistenzaerzte/

https://arztundkarriere.com/ratgeber/berufseinstieg-fuer-aerzte/

https://m.thieme.de/viamedici/arzt-im-beruf-weiterbildungs-coach-allgemeine-infos-1570/a/die-besten-tipps-zum-klinikeinstieg-26893.htm

 

 

 

Allgemein Hessen - Leben & Arbeiten MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare