Niederlassung – aber nur mit Facharzt!

Niederlassung – aber nur mit Facharzt!

Der Studienabschluss ist in der Tasche, ihr dürft euch offiziell Ärztin oder Arzt nennen – da ist die eigene Praxis doch ein logischer nächster Schritt, oder? Leider noch nicht ganz, denn vor dem Traum von der Selbstständigkeit steht in Deutschland die Facharztweiterbildung.

Keine Niederlassung ohne Facharztweiterbildung

Fakt ist: Als Vertragsärzt*in könnt ihr euch in Deutschland schon seit 2003 nicht mehr ohne Abschluss einer fachärztlichen Weiterbildung niederlassen. Studierte Mediziner*innen, die vor dieser Änderung den Titel „Praktische*r Ärzt*in“ geführt haben, dürfen laut Ausnahmeregelung auch weiterhin niedergelassen tätig sein. Für alle, die sich heute erstmals niederlassen möchten, gilt diese Regelung aber nicht mehr. Ihr benötigt also zwingend eine Facharztweiterbildung, um den Traum von der eigenen Praxis wahr werden zu lassen. Die gute Nachricht ist aber: Auch in der Facharztweiterbildung könnt ihr in Praxen tätig sein und müsst nicht unbedingt nur in einer Klinik arbeiten.

Statt direkter Niederlassung: ambulante Weiterbildung!

Denn die Weiterbildung kann je nach Fachgebiet nicht nur stationäre, sondern auch ambulante Ausbildungsabschnitte vorsehen. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn ihr euch für Gebiete wie Allgemeinmedizin, Augenheilkunde oder Kinder- und Jugendmedizin interessiert, die oft in Praxen ausgeübt werden. Wer also schon weiß, dass eine Niederlassung das berufliche Ziel ist, sollte auf jeden Fall eine Fachrichtung wählen, die sich auch abseits des Krankenhauses gut ausüben lässt.

Übrigens: Eine ambulante Weiterbildung muss gar nicht unbedingt in einer Einzelpraxis stattfinden. Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) oder Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind genauso geeignet. Da die Facharztausbildung mehrere Stationen umfasst, könnt ihr in der ambulanten Weiterbildung auch gleich verschiedene Niederlassungsformen kennenlernen und neue Sichtweisen auf eure beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung gewinnen. Vielleicht wolltet ihr immer eine Einzelpraxis, aber der Austausch mit Kolleg*innen macht euch doch sehr viel Spaß und so präferiert ihr nun eine Gemeinschaftspraxis.

Die Erfahrungen in der Facharztausbildung bringen euch also nicht nur fachlich weiter, sondern helfen euch auch dabei, langfristige Karriereziele zu definieren. Insofern ist die Facharztausbildung eine wertvolle und lehrreiche Zeit, die euren beruflichen Plänen neuen Schub verleihen wird. Genau deshalb – und natürlich auch aufgrund des Ärztemangels in einigen Fachgebieten und Regionen – fördert die KV Hessen die ambulante Weiterbildung finanziell. Lest unbedingt mal in unseren Blogbeitrag  zu diesem Thema rein!

Fachärzt*in? Ab in die eigene Praxis!

Habt ihr die Facharztweiterbildung abgeschlossen und wünscht euch immer noch eine eigene Praxis, dann steht der Niederlassung nun nichts mehr im Weg. Ihr müsst als Fachärzt*in nicht erst noch Berufserfahrung sammeln, um euch selbstständig zu machen. Sobald die Bescheinigung über die abgeschlossene Weiterbildung vorliegt, kann es losgehen. Welche Schritte genau nötig sind, damit ihr eure eigene Chefin oder euer eigener Chef werdet, erfahrt ihr übrigens bei den Kassenärztlichen Vereinigungen. Auch die KV Hessen berät euch rund um das Thema Niederlassung – und das natürlich schon im Studium oder während der Facharztweiterbildung.

 

 

 

 

 

 

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