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Das Physikum - häufig gestellte Fragen

Das Physikum ist eine der wichtigsten Prüfungen im Medizinstudium. Daher haben wir dir einige Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung zusammengestellt. Sie sollen dir helfen, einen Eindruck zu gewinnen, was dich im Physikum erwartet. Genaue Informationen z. B. zur Anmeldung, zu den Prüfungsterminen und zu den vorher zu absolvierenden Veranstaltungen erhältst du an deiner Hochschule. Bitte erkundige dich rechtzeitig vor Ort zu den Details!

Was möchtest du wissen?

Das Physikum (offizielle Bezeichnung: Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) ist die Zwischenprüfung des Medizinstudiums und bildet den Abschluss des vorklinischen Studienteils. Bestehst du es, beginnst du anschließend den klinischen Teil des Medizinstudiums.

Das Physikum findet am Ende des vorklinischen Studienteils statt, also in der Regel nach vier Semestern.

In Hessen musst du bei der Anmeldung zum Physikum eine Verwaltungsgebühr entrichten, die aktuell bei 95 Euro liegt (Stand: 2019).

Die rechtliche Grundlage für die Prüfungen im Medizinstudium bildet die Approbationsordnung für Ärzte (AOÄ) für die Bundesrepublik Deutschland. Darin regeln die §§ 22 – 26 Einzelheiten für den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, wie das Physikum offiziell heißt. Den Gesetzestext kannst du online einsehen: https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/BJNR240500002.html#BJNR240500002BJNG000401360

Um dich dem „ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ am Ende des vorklinischen Studienteils stellen zu können, musst du folgende Veranstaltungen mit Erfolg und ausreichender Anwesenheit besucht und die entsprechenden Klausuren bestanden haben:

  • Praktika in Physik, Chemie, Biologie, Physiologie, Biochemie / Molekularbiologie
  • Kursus der makroskopischen und mikroskopischen Anatomie
  • Kursus der medizinischen Soziologie und Psychologie
  • Seminar Physiologie
  • Seminar Biologie / Molekularbiologie
  • Seminar Anatomie
  • Praktikum zur Einführung in die klinische Medizin
  • Praktikum zu medizinischer Terminologie
  • Berufsfelderkundung
  • Präparierkurs

Dazu kommt noch ein Wahlfach. Außerdem musst du ein Krankenpflegepraktikum (90 Tage, die auch in zwei oder drei Abschnitte von jeweils mindestens 30 Tagen gegliedert werden können) und eine Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen.

Die Prüfung gliedert sich in zwei aufeinanderfolgende Teile, einen schriftlichen und einen mündlich-praktischen. Diese werden an verschiedenen Terminen abgehalten. Der schriftliche Teil findet in einer deutschlandweit einheitlichen Prüfung statt.

Das Physikum (schriftlicher Teil) wird jährlich an zwei Terminen im März und im August angeboten und an jedem der beiden Termine an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Die aktuellen Termine kannst du hier nachlesen: https://www.impp.de/pruefungen/medizin/pr%C3%BCfungstermine.html

Die beiden Prüfungsteile musst du nicht im selben Halbjahr absolvieren. Sie werden zunächst jeweils getrennt benotet und die Gesamtnote für das bestandene Physikum errechnet sich abschließend als arithmetischer Mittelwert aus den Noten für beide Teile. Schriftliche und mündliche Prüfung werden also gleich gewichtet.

Die schriftliche Prüfung umfasst 320 Single-Choice-Fragen (d. h. es gibt jeweils nur eine richtige Antwort) aus den Fächern Physiologie/Physik (80 Fragen) und Biochemie/Chemie (80 Fragen) am ersten Tag, sowie Anatomie/Biologie (100 Fragen) und Medizinische Psychologie/Soziologie (60 Fragen) am zweiten Tag. Du hast an jedem der beiden Tage vier Stunden Zeit, die Fragen zu bearbeiten. Das entspricht jeweils 90 Sekunden pro Frage. Bei der Bewertung werden alle Fragen gleich gewichtet: Für jede richtige Antwort bekommst du einen Punkt. Du kannst also theoretisch maximal 320 Punkte in diesem Prüfungsteil erzielen. Da es jedoch vorkommt, dass während der Auswertung Fehler in der Aufgabenstellung entdeckt werden, müssen in solchen Fällen eine oder mehrere Fragen aus der Bewertung entfernt werden. Dadurch vermindert sich entsprechend die Zahl der maximal erreichbaren Punkte, an denen sich die Benotungsskala bemisst.

Der mündlich-praktische Teil umfasst die Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie/Molekularbiologie. An manchen Universitäten geht der eigentlichen mündlichen Prüfung ein halbstündiger praktischer Vortermin voraus, während andere Universitäten den praktischen Teil in die mündliche Prüfung integrieren. Genauere Informationen dazu erhältst du an deiner Hochschule. Die mündliche Prüfung wird von den Hochschullehrern der Universität abgehalten, an der die Studentin oder der Student eingeschrieben ist. Die Approbationsordnung sieht bis zu vier Prüflinge je Prüfungsgruppe vor. Die Prüfungsdauer liegt je Prüfling zwischen 45 Minuten und einer Stunde.

Die inhaltliche Ausrichtung der schriftlichen Prüfungen, die Vorbereitung der Unterlagen und auch die Auswertung erfolgen im Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP): https://www.impp.de/start.html

Drei bis vier Wochen nach der schriftlichen Prüfung werden dir die Prüfungsergebnisse per Post zugestellt. In der Zeit zwischen der Prüfung und der Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse werden die Fragen vom IMPP anhand der Itemstatistiken (u. a. Trennschärfe und Schwierigkeitsgrad) und aufgrund kritischer Rückmeldungen nochmals überprüft. Wenn dabei auffällt, dass eine Frage fehlerhaft ist, wird sie aus der Wertung genommen, so dass erst relativ spät die mathematische Basis für die Berechnung der Bestehensgrenze gegeben ist. 

Die Bestehensgrenze ist die Anzahl an Fragen, die du mindestens korrekt beantwortet haben musst, um den schriftlichen Prüfungsteil zu bestehen. Sie richtet sich nach der Leistung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Physikums, die das Examen in Regelstudienzeit, also nach vier Semestern, schreiben. Ihre durchschnittliche Leistung multipliziert mit 0,78 ergibt dann die Bestehensgrenze. Diese Grenze ist jedoch auf 60 % "gedeckelt", d. h. wenn der Schnitt der Referenzgruppe mal 0,78 höher als 60 % liegt, so bleibt die Bestehensgrenze bei 60 %. Bestehensgrenzen aktueller Prüfungen findest du hier: https://www.impp.de/pruefungen/medizin/l%C3%B6sungen-und-ergebnisse.html

Das Physikum gilt nur dann als bestanden, wenn du sowohl den schriftlichen als auch den mündlich-praktischen Teil bestanden hast. Früher war es möglich, einen mangelhaften Prüfungsteil durch ein „Gut“ im anderen auszugleichen – das geht heute allerdings nicht mehr. 

DasInstitut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) stellt Lösungen und Ergebnisse früherer Prüfungen kostenfrei online zur Verfügung:

https://www.impp.de/pruefungen/medizin/l%C3%B6sungen-und-ergebnisse.html

Beispielhafte Aufgaben findest du auf der Seite des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP): https://www.impp.de/pruefungen/medizin/beispielaufgaben.html

Die Meldung zum Examen und die Entscheidung über die Zulassung erfolgen dezentral bei den Landesprüfungsämtern (LPÄ). Nähere Informationen zur Anmeldung bekommst du bei deiner Hochschule.

Einen nicht bestandenen Teil kannst du zweimal wiederholen. Ein bereits bestandener Teil kann (z. B. zur Notenverbesserung) jedoch nicht erneut absolviert werden.

Die Gesamtnote für das Physikum geht später zu einem Drittel in die Gesamtnote der Ärztlichen Prüfung ein.

Alexander Kowalski

Dein persönlicher Ansprechpartner

Noch Fragen? Dann steht dir unser Team selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Tel: 069 24741-6996

E-Mail: info[at]arzt-in-hessen.de