Der klinische Teil deines Medizinstudiums nähert sich dem Ende? Dann wird es höchste Zeit, dich auf das Praktische Jahr vorzubereiten. Damit aus deinem PJ eine echt lehrreiche Zeit wird, geben wir dir ein paar Tipps, was du vor der Bewerbung bedenken solltest. Außerdem verraten wir dir noch drei Dinge, die du vielleicht so noch gar nicht über das Praktische Jahr wusstest. Aber psst – nicht weitersagen!

Praktisches Jahr – Was du vor der Bewerbung bedenken solltest!

Du hast das Physikum gerockt, 22 klinische Veranstaltungen überlebt und bald hoffentlich auch das Hammerexamen mit Bravour gemeistert. Jetzt fehlt dir eigentlich nur noch eines zu deinem Glück: Ein Praktisches Jahr mit drei Tertialen, die dich so richtig weiterbringen und dir einen kräftigen Schub für den Berufsstart geben. Aber wie finden und – noch wichtiger – wie bewerben und den ganzen Spaß finanzieren? Keine Panik, wir helfen dir. Nachfolgend findest du Nützliches und Wissenswertes rund um dein Traum-PJ. Und am Ende verraten wir dir sogar noch drei Dinge, die du vielleicht noch gar nicht über diesen spannenden Studienabschnitt wusstest.

Wer recherchiert, gewinnt

Ja, im Medizinstudium gibt’s richtig viel zu tun, ganz besonders, wenn die 2. Ärztliche Prüfung vor der Tür steht. Trotzdem solltest du die Vorbereitungen für das Praktische Jahr nicht auf die lange Bank schieben – das ist schließlich deine Chance, in den Beruf hineinzuschnuppern und vielleicht sogar dein zukünftiges Fachgebiet live zu erkunden.
Fang deshalb frühzeitig an, dich über mögliche Einrichtungen und Schwerpunkte zu informieren. Dafür kannst du zum Beispiel die Erfahrungsberichte und Rankings aus dem PJ-Ranking nutzen. Dort erfährst du aus erster Hand, wie es früheren Ärzten im Praktischen Jahr in einem bestimmten Krankenhaus ergangen ist und ob sie ihr PJ weiterempfehlen würden oder lieber nicht. Außerdem sinnvoll: Besuch die PJ-Infoveranstaltung an deiner Uni. Dort kriegst du nicht nur mit, wie das ganze Bewerbungsprozedere im Detail abläuft (mehr dazu weiter unten), sondern erfährst oft auch, mit welchen Institutionen deine Fakultät kooperiert und das Praktische Jahr organisiert. Diese kannst du im Nachgang dann genauer unter die Lupe nehmen und schon mal deine Favoriten küren.

Das liebe Geld…

Ein wichtiger Faktor bei der Wahl der PJ-Stellen ist natürlich auch das Geld. Es gibt keine Pflicht, das Praktische Jahr zu vergüten. Und deshalb tun viele Kliniken oder Praxen das auch nicht. Punkt. Wer nicht „für umme“ arbeiten kann oder will, sollte deshalb vorab ganz genau hinschauen und sich informieren, ob die Wunschlehranstalt eine Aufwands-entschädigung zahlt. Ein Klick auf diese Seite kann hier sehr aufschlussreich sein.
Und wenn du schon dabei bist, kannst du dir auch direkt unsere Fördermöglichkeiten anschauen. Wir sponsern zum Beispiel dein Wahl-Tertial in einer akkreditierten akademischen Lehrpraxis in Hessen mit bis zu 2.380 Euro. Einfach so. Mehr dazu gibt’s hier

Nicht zu hoch pokern

Du hast dich entschieden, in welchen Institutionen du deine Pflichttertiale absolvieren willst und hast auch einen Favoriten für dein Wahltertial? Perfekt, dann muss es jetzt nur noch mit dem Platz klappen. Informier dich rechtzeitig über die Bewerbungsfristen an deiner Uni. Diese liegen meistens im Januar (Start im Mai) bzw. Juni (Start im November).
Achtung: Wenn du ein oder mehrere Tertiale in einem anderen Bundesland absolvieren möchtest, gelten dort für dich als externer Bewerber teilweise andere und nicht selten sehr kurze Bewerbungsfristen! Dies liegt daran, dass die Unis ihre PJ-Plätze zunächst an ihre eigenen Studentinnen und Studenten vergeben und erst in einem zweiten Schritt übriggebliebene Plätze an Externe gehen. Es braucht also auch immer eine gewisse Portion Glück, um einen Platz an einer anderen Uni zu bekommen. Deshalb solltest du dich – auch wenn du alle drei Tertiale am liebsten außerhalb Hessens verbringen möchtest – auch immer an deiner Heimatuniversität fürs PJ bewerben. Denn: Nur hier hast du einen Platz sicher! Im Klartext heißt das: Bewirbst du dich nur extern und nicht an deiner eigenen Uni, läufst du Gefahr, am Ende ohne PJ-Platz dazustehen und dein Studium nicht in der geplanten Zeit abschließen zu können. Solltest du deinen externen Wunschplatz bekommen, sagst du die Zusage deiner Heimatuni einfach ab.
Bevor du jetzt mit der Planung loslegst, möchten wir dir noch drei Infos mit auf den Weg geben, die dir dabei helfen können und die du vielleicht so nicht auf dem Schirm hattest. Wusstest du zum Beispiel, dass …

… du die 16 Wochen eines Tertials aufsplitten kannst?

Je nachdem, an welcher Universität du das Praktische Jahr absolvierst, musst du die 16 Wochen am Stück ableisten oder kannst ein Tertial deiner Wahl in zwei mal acht Wochen aufsplitten. Das hat den coolen Vorteil, dass du dadurch nicht nur in drei, sondern in vier Krankenhäuser, Praxen oder andere medizinische Institutionen hineinschnuppern kannst. Eine Aufsplittung solltest du vorab immer unbedingt mit dem zuständigen Landesprüfungsamt abstimmen.

… du ein Tertial in einer Hausarztpraxis absolvieren kannst?

Seit 2006 ist es möglich, das Praktische Jahr in einer Hausarztpraxis zu absolvieren. Einzige Voraussetzung: Sie muss als allgemeinmedizinische Lehrpraxis zugelassen sein. Der Clou daran: Hier erlebst du eine Eins-zu-eins-Betreuung durch die Lehrärztin bzw. den Lehrarzt und bekommst dementsprechend eine besonders intensive Betreuung. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf deinen Lernzuwachs aus. Außerdem hast du in einer Hausarztpraxis vermehrt direkten Patientenkontakt und lernst so eigenständiges, verantwortliches Arzthandeln.

… du ein Tertial im Ausland verbringen kannst?

Das Auslandssemester hat nicht geklappt? Dann absolviere doch einfach ein Tertial des PJs im Ausland. Unter Umständen kannst du auch ein Tertial splitten und die Hälfte der Zeit (acht Wochen) in einem Land deiner Wahl verbringen. Wichtig: Klär vorab unbedingt mit dem zuständigen Landesprüfungsamt ab, ob und wie die Anerkennung deines im Ausland geleisteten Tertials (oder Tertialteils) läuft. Rechtzeitige Planung und das sichere Beherrschen der Landessprache sind weitere wichtige Voraussetzungen, damit die Zeit im Ausland auch fachlich zu einem echten Gewinn für dich wird.

Immer noch nicht genug vom Praktischen Jahr? Dann schau in unsere FAQs!