Wegen Covid-19: MedMobil-Aktion pausiert

Wegen Covid-19: MedMobil-Aktion pausiert

Allgemein MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Mit unseren MedMobilen machen wir euch normalerweise mobil. Ob zur Famulatur, dem PJ oder einfach in die Uni – in den letzten Jahren haben zahlreiche Medizinstudierende in Hessen von der Aktion profitiert. Aktuell müssen wir unsere Flitzer allerdings – wie schon im letzten Jahr – zweckentfremden. Die KV Hessen benötigt sie aufgrund der Covid-19-Situation für andere Zwecke, sodass die Autos leider bis auf Weiteres nicht von Studierenden genutzt werden können und die Verlosungen pausieren müssen.

Wir sind natürlich trotzdem weiterhin an eurer Seite und unterstützen euch zum Beispiel mit finanzieller Förderung, Beratung und bald auch wieder mit unseren Liveaktionen. Danke für euer Verständnis und bleibt gesund!   

 

 

 

 

Fünf Tipps für ein gelungenes digitales Vorstellungsgespräch

Fünf Tipps für ein gelungenes digitales Vorstellungsgespräch

Allgemein MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Das Praktische Jahr steht vor der Tür? Oder vielleicht sogar die Zeit als Assistenzärzt*in? Wer aktuell auf Praktikums- oder Jobsuche ist, wird häufig zu digitalen Bewerbungsgesprächen eingeladen. Egal ob via Zoom, Skype oder Teams – es gibt einige Dinge, die ihr bei einem Videointerview auf dem Zettel haben solltet. Wir haben ein paar Tipps für euch vorbereitet, damit es mit dem Gespräch und der Traumstelle auf jeden Fall klappt!

1.Technik & Einstellungen

Bei einem analogen Vorstellungsgespräch ist der Arbeitgeber in der Pflicht, für die richtigen Gesprächsbedingungen zu sorgen. Bei einem Videointerview seid ihr selbst dafür verantwortlich. Ist die Internetverbindung stabil? Funktionieren Kamera und Mikrofon? Sind Licht und Bildausschnitt angemessen? Nehmt euch auf jeden Fall ausreichend Zeit, um die Technik aufzusetzen und auszuprobieren. Macht unbedingt einen Probedurchgang bzw. -anruf mit einer Vertrauensperson und lasst euch Feedback zu eurem Set up geben. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn der Wunschjob daran scheitert, dass ihr im Videointerview nicht zu verstehen wart.

2.Hintergrund & Outfit

Auch wenn das Gespräch in eurem WG-Zimmer oder auf der Couch stattfindet: Es ist immer noch ein Bewerbungsgespräch. Wählt deshalb ein dem Anlass angemessenes Outfit. Und ja, das kann bedeuten, dass ihr zu Hause mit Hemd und Schlips vor der Kamera sitzt. Mit eurer Kleidung endet der optische Eindruck aber noch nicht. Auch auf den Hintergrund solltet ihr ein Auge haben. Im Idealfall ist er ruhig, neutral und enthält keine persönlichen Gegenstände (Poster, Fotos o. ä.). Gut geeignet sind helle Wände oder auch Bücherregale.

Viele Onlinetools bieten zudem die Möglichkeit, den Hintergrund via Kameraeffekt unscharf zu stellen. Solltet ihr solch ein Feature benutzen wollen, testet es unbedingt vorher und probiert aus, ob der Effekt auch bei Bewegung noch vorteilhaft wirkt. Im Zweifelsfall solltet ihr lieber darauf verzichten und einen anderen Ort mit geeigneterem Hintergrund wählen.

3.Ruhe & Konzentration

Natürlich habt ihr keinen Einfluss darauf, was eure Nachbarn in der Zeit eures Videointerviews machen. Aber trotzdem könnt ihr viele Faktoren für ein ungestörtes Gespräch kontrollieren. Informiert ggf. Mitbewohner*innen oder Familienangehörige über euren Termin und bittet darum, in dieser Zeit nicht gestört zu werden. Schließt Fenster und Türen und stellt euer Handy auf lautlos.

Um konzentriert und entspannt in das Gespräch gehen zu können, empfiehlt es sich außerdem, etwas mehr Zeit für die Vorbereitung sowie als Puffer danach einzuplanen. Wenn ein einstündiges Gespräch angesetzt ist, seid am besten schon 15 bis 30 Minuten vorher bereit und entspannt euch z. B. noch kurz mit einer Atemübung. Wer einen Zeitpuffer im Anschluss einplant, muss sich während des Gesprächs keine Gedanken darüber machen, am Ende in Zeitnot zu geraten oder das Gespräch gar selbst abbrechen zu müssen. Letzteres solltet ihr unbedingt vermeiden.

4.Gestik, Mimik und Körperhaltung

Im Videointerview wird man sich aufgrund der Kamera manchmal besonders seiner eigenen Gestik, Mimik und Körperhaltung bewusst. Versucht am besten, entspannt und dennoch aufrecht zu sitzen und durchgehend eine freundliche Mimik zu bewahren. Vorsichtig solltet ihr mit Gesten sein und sie nur sparsam einsetzen. Zu viel Bewegung, und sei es nur das mehrfache Zurückstreichen der Haare hinters Ohr, wirkt schnell hektisch oder unruhig und kann sich negativ auf die Gesprächsatmosphäre auswirken.

Konzentriert euch am besten auf euer Gegenüber und vermeidet es, ständig euer Aussehen in der Kamera zu kontrollieren. Ein kleiner Spickzettel, der euch an eine gerade Sitzposition oder ein Lächeln auf den Lippen erinnert, schadt aber natürlich nicht.   

5.Vorbereitung & Fokus

Ein digitales Vorstellungsgespräch ist immer noch das: ein Vorstellungsgespräch. Dementsprechend solltet ihr euch darauf genauso vorbereiten wie auf ein „echtes“ Gespräch vor Ort. Informiert euch über die Einrichtung, bei der ihr euch beworben habt, bereitet Antworten auf Standardfragen vor und überlegt euch Fragen an eure Gesprächspartner*innen.

Während des Gesprächs solltet ihr 100 % konzentriert sein und euch völlig darauf einlassen. Alles, was euch irgendwie ablenken könnte, entfernt ihr für diesen Zeitraum am besten aus eurer Reichweite und eurem Blickwinkel. Denn jetzt geht es gerade um einen Job, den ihr unbedingt wollt – und dafür sind voller Fokus und Einsatz gefordert!

Fazit: Digitales Vorstellungsgespräch – gute Vorbereitung ist alles!

Die gute Nachricht ist: Beim digitalen Vorstellungsgespräch sucht ihr euch die Location selbst aus und könnt für räumliche Bedingungen sorgen, in denen ihr euch wohlfühlt. Die schlechte Nachricht: Es bleibt trotz allem ein berufliches Gespräch, das eure Zukunft maßgeblich mitgestalten kann. Eine dementsprechend hohe Priorität solltet ihr ihm einräumen und euch angemessen vorbereiten – sowohl inhaltlich als auch technisch. Denn mit einem erfolgreichen digitalen Vorstellungsgespräch seid ihr eurer Wunschstelle wahrscheinlich schon ein ganzes Stückchen näher!

 

 

 

 

Hausarztfamulatur – Das musst du wissen!

Hausarztfamulatur – Das musst du wissen!

Allgemein MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Endlich Zeit für Praxis – Hausarztpraxis! Auch wenn die Hausarztfamulatur für viele nicht zu den liebsten Praxisstationen gehört, so ist sie doch Pflicht und ihr solltet die Chance nutzen, einmal unverbindlich in den Bereich Allgemeinmedizin bzw. hausärztliche Grundversorgung einzutauchen. Selbst wenn ihr euch später für eine Laufbahn in der Klinik entscheidet, könnt ihr hier viel lernen und ein grundlegendes Verständnis für Praxisabläufe erwerben. Denn in vielen Fachgebieten ist die Zusammenarbeit mit Hausärzt*innen wichtig für die optimale Versorgung von Patient*innen.  

Rechtliche Vorgaben der Hausarztfamulatur

Seit Änderung der Approbationsordnung vor einigen Jahren ist eine Famulatur im hausärztlichen Versorgungsbereich für alle Medizinstudierenden Pflicht. Im Klartext heißt das: Wer in Deutschland Ärzt*in werden möchte, der muss nachweisen, dass im klinischen Teil des Studiums vier Wochen in diesem Bereich hospitiert wurde. Nur dann ist eine Zulassung zur Zweiten Ärztlichen Prüfung (Hammerexamen) möglich.

Lernziele der Hausarztfamulatur

Warum eigentlich eine Hausarztfamulatur? Die Idee dahinter ist ganz einfach: Medizinstudent*innen sollen die Chance haben, die Freude an der Allgemeinmedizin zu entdecken und sie vielleicht sogar als ernsthafte berufliche Option in Erwägung zu ziehen. Fakt ist nämlich: In den nächsten Jahren gehen tausende von niedergelassenen Allgemeinmedziner*innen in den Ruhestand und Hessen bzw. ganz Deutschland droht eine hausärztliche Mangelversorgung. Mit der Hausarztfamulatur gibt es also die unverbindliche, aber verpflichtende Chance, einfach mal in das Tätigkeitsfeld hineinzuschnuppern und vielleicht ein Interesse daran zu entwickeln. Denn nur wer etwas ausprobiert, kann auch wirklich sagen, dass es nichts für sie oder ihn ist, oder?

Zeitpunkt und Durchführungsort der Hausarztfamulatur

Wann und wo ihr die Hausarztfamulatur durchführt, bleibt euch weitestgehend selbst überlassen. Wer sich noch nicht bereit für die Klink fühlt, wählt sie vielleicht als erste Famulatur zu Beginn des klinischen Studienteils. Genauso kann es sinnvoll sein, sie ans Ende zu setzen, wenn ihr konkrete Vorstellungen davon habt, was ihr in eurer Zeit in einer hausärztlichen Praxis lernen möchtet. Wichtig ist, dass die Famulatur rechtzeitig vor dem Hammerexamen beendet ist (Bescheinigung nicht vergessen!).

Es bietet sich an, die vierwöchige Phase in der vorlesungsfreien Zeit zu absolvieren. Bedenkt nämlich unbedingt, dass die Famulaturen Vollzeitpraktika an fünf Tagen die Woche sind. Sie neben den regulären Studienveranstaltungen zu absolvieren, wird deshalb schwierig. Natürlich könnt ihr auch ein Urlaubssemester nehmen und in dieser Zeit alle Famulaturen nacheinander absolvieren. Wie gesagt – hier seid ihr relativ flexibel.

Auch was den Durchführungsort anbelangt, habt ihr viele Wahlmöglichkeiten. Neben Allgemeinärzt*innen kommen auch Kinderärzt*innen oder Internist*innen ohne Schwerpunktbezeichnung für die Hausarztfamulatur in Frage. Wichtig ist, dass die Ausbilder*innen vom jeweiligen Landesprüfungsamt als solche anerkannt werden. Das ist in den meisten Fällen aber reine Formsache.

Macht euch unbedingt auch Gedanken, ob ihr eure Hausarztfamulatur in der Stadt oder im ländlichen Raum absolvieren möchtet. Gerade auf dem Land dürfte es einfacher sein, einen Platz zu finden. Außerdem gibt euch das die tolle Chance, einmal in den abwechslungsreichen Arbeitsalltag von Landärzt*innen hineinzuschnuppern – und das ganz unverbindlich.

Förderung der Hausarztfamulatur

Wie auch die anderen zu absolvierenden Famulaturen wird die Hausarztfamulatur eigentlich nicht vergütet. Weil sie aber Pflicht ist und wir sie unglaublich wichtig finden, bietet die KV Hessen Studierenden eine finanzielle Förderung von 595,00 € monatlich an, wenn sie die Famulatur in einer Einrichtung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum durchführen. Informiert euch gleich hier über die Bewerbung und alle Förderungsvoraussetzungen.

Bewerbung für die Hausarztfamulatur

Wenn ihr auf der Suche nach einem Platz für eure Hausarztfamulatur seid, dann findet ihr online Stellenbörsen, in denen Praxen Plätze ausschreiben. Habt ihr schon eine Praxis oder Einrichtung ins Auge gefasst? Dann fragt einfach einmal nach, ob generell Famulaturplätze angeboten werden. Im Idealfall könnt ihr bereits euren Wunschzeitraum benennen und so konkret erfahren, ob in dieser Praxis eine Chance auf einen Platz besteht. Übrigens: Es kann auch hilfreich sein, einfach mal bei Studierenden aus höheren Semestern zu fragen, wo sie ihre Famulaturen verbracht haben und ob sie die Praxis weiterempfehlen können. Solche Informationen aus erster Hand sind Gold wert!

Fazit: Hausarztfamulatur – Pflichtfamulatur mit Gestaltungsspielraum

Um die Hausarztfamulatur kommt niemand herum. Aber wer nach einer Praxis sucht, die zu den eigenen Lernwünschen passt, kann aus diesen vier Wochen viel mitnehmen. Hausärzt*innen leisten jeden Tag wichtige medizinische Basisversorgung und haben ein sehr breites Behandlungsspektrum, das viele Berührungspunkte mit anderen Fachgebieten aufweist. Auch wenn ihr später nicht in der Allgemeinmedizin arbeiten möchtet, könnt ihr in dieser Famulatur grundlegendes Wissen über Praxisabläufe und wichtige praktische, medizinische Grundlagen erwerben. Das wird euch nicht nur in weiteren Famulaturen, sondern auch im Praktischen Jahr oder eurer Zeit als Assistenzärzt*in nützlich sein.

Viele weitere Infos zu den Famulaturen findet ihr in unserem Blogbeitrag. Informiert euch auch unbedingt über unsere einfach zu beantragenden Fördermöglichkeiten für die Hausarztfamulatur.

 

 

 

Stadt oder Land – wo praktiziert es sich als Allgemeinmediziner*in besser?

Stadt oder Land – wo praktiziert es sich als Allgemeinmediziner*in besser?

Allgemein MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Nicht nur die Entscheidung für eine bestimmte Facharztausbildung prägt das Berufsleben von Ärzt*innen. Genauso wichtig ist die Frage danach, wo praktiziert wird. Gerade Allgemeinmediziner*innen stehen hier vor der Frage: Stadt oder Land? Beide Orte bieten Vor- und Nachteile, die Nachwuchsärzt*innen abwägen sollten.

Viele Möglichkeiten, große Konkurrenz – als Allgemeinmediziner*in in der Stadt

Kurze Wege und viele berufliche Möglichkeiten: Direkt nach dem Studium ist eine Tätigkeit in der Stadt für viele erstrebenswert. Schließlich gibt es hier nicht nur viele Freizeitmöglichkeiten – von Kultur bis Sport – sondern oft auch größere Kliniken oder Gemeinschaftspraxen, die spannende Berufschancen bieten. Konstante fachliche Weiterbildung ist durch die Nähe zu z. B. Unikliniken einfach in den Alltag zu integrieren. Auch die Zusammenarbeit mit Ärzt*innen anderer Fachgebiete ist dank der räumlichen Nähe oft einfacher als auf dem Land. Für Allgemeinmediziner*innen ist es in der Stadt zudem eher als auf dem Land möglich, sich dauerhaft auf Nischengebiete wie etwa Diabetologie zu konzentrieren – einfach weil die große Anzahl an Patient*innen vor Ort es zulässt.

Viele Allgemeinärzt*innen entscheiden sich auch für eine Tätigkeit in der Stadt aufgrund der (vermeintlich) besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn hier gibt es nicht nur potentiell mehr Jobs für den oder die Partner*in, sondern auch mehr Auswahl bei der Kinderbetreuung. Auch Aspekte wie ein gutes ÖPNV-Angebot, verschiedene Schularten und eine gute Internetanbindung sind vielen heute wichtig und sprechen für eine Tätigkeit in der Stadt. Die Tatsache, dass man ganz in der Nähe der Praxis wohnen und dennoch unerkannt einkaufen oder ausgehen kann, ist ein weiterer positiver Faktor.

Dennoch hat eine Tätigkeit in der Stadt auch andere Seiten. Was unbedingt bedacht werden sollte: Dort werden Ärzt*innen je nach Stadtteil auch mit (sozialen) Problemen konfrontiert, die auf dem Land weniger anzutreffen sind (Drogenkonsum, Wohnungslosigkeit). Bei der Übernahme oder Neugründung einer Praxis in der Stadt sollte außerdem die Konkurrenzsituation nicht außer Acht gelassen werden. Die Menschen in einem Stadtviertel müssen nicht direkt dort ihre*n Hausärzt*in wählen, sondern können auch in einen anderen Teil der Stadt fahren. Kurze Wege machen das Hopping zwischen Praxen leicht und erhöhen den Druck, den Patient*innen „etwas zu bieten“, um sie zu binden. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter*innen. Niedergelassene*r Ärzt*innen in der Stadt konkurrieren nicht nur um Patient*innen, sondern auch um Fachpersonal, das sich die attraktivste Stelle aussuchen kann.

Großes Behandlungsspektrum, weniger Anonymität – als Allgemeinmediziner*in auf dem Land

Allgemeinmediziner*innen, die sich für eine Tätigkeit auf dem Land entscheiden, tun dies oft, weil sie die langfristige Bindung zu ihren Patient*innen schätzen. Ärztehopping ist allein schon aufgrund der Entfernung zur nächsten Praxis oft kein Thema. Stattdessen sind Hausärzt*innen erste Ansprechpartner*innen für eine Vielzahl von medizinischen Anliegen – und das für alle Altersgruppen. Von den U-Untersuchungen bis zur Behandlung von Altersdemenz reicht das Behandlungsspektrum. Oft sind niedergelassene Allgemeinmediziner*innen auf dem Land echte Familienärzt*innen, die alle Generationen betreuen. Sie begleiten ihre Patient*innen teilweise über Jahrzehnte und übernehmen dabei auch Aufgaben, die teilweise in andere Fachgebiete fallen.

Besonders deshalb ist eine Tätigkeit als Hausärzt*in auf dem Land sehr abwechslungsreich, aber natürlich auch anspruchsvoll. Konstante Weiterbildung und selbstständige Aneignung spezifischer, im Alltag geforderter Kenntnisse sind an der Tagesordnung, denn auch der Austausch mit Kolleg*innen ergibt sich nicht so einfach wie in der Stadt. Fachärzt*innen arbeiten hier oft nicht niedergelassen und viele größere Untersuchungen finden direkt in Krankenhäusern oder in Praxen in weiter entfernten Städten statt.

Dafür ist es auf dem Land als Neuling oft einfacher als in der Stadt, private Kontakte zu knüpfen. Gerade als Hausärzt*in auf dem Dorf ist Anonymität praktisch ausgeschlossen. Dennoch muss man auch hier nicht 24 Stunden im Dienst sein. Klar geregelte Bereitschaftsdienste garantieren freie Abende und Wochenenden. Kein Wunder also, dass der Aspekt der Entspannung und die Nähe zur Natur wichtige Gründe sind, warum Ärzt*innen aufs Land ziehen. Mit dem Geld, das eine Dreizimmerwohnung in einer Großstadt verschlingt, bekommt man auf dem Dorf außerdem vielleicht sogar ein ganzes Haus mit Garten. Und das sogar schon in der Facharztweiterbildung, denn die ist in Praxen inzwischen genauso gut bezahlt wie in Krankenhäusern. Und dank guter Verdienstmöglichkeiten als niedergelassene*r Ärztin ist auch der Traum vom Eigenheim hier absolut realisierbar.

Abstriche müssen auf dem Land natürlich bei der Freizeitgestaltung und eventuell auch den Jobperspektiven für den oder die Partner*in sowie bei der Kinderbetreuung gemacht werden. Da niedergelassene Ärzt*innen ihre Sprechzeiten aber selbst bestimmen, ist auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hier keinesfalls ausgeschlossen, sondern bedarf womöglich einfach sorgfältiger Organisation als in der Stadt.

Stadt oder Land – eine komplett individuelle Entscheidung

Die gute Nachricht ist: Allgemeinmedizier*innen sind gefragt – und zwar überall. Die Tätigkeitsschwerpunkte, das Behandlungsspektrum und auch die Altersstruktur der Patient*innen hingegen können in ländlichen und städtischen Regionen sehr unterschiedlich sein. Und auch die Freizeitgestaltung sowie die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestalten sich je nach Wohn- und Arbeitsort ganz anders. Hier gilt es, die persönlichen Präferenzen abzuwägen, aber auch ein Auge auf die demographische Entwicklung zu haben. Denn: In den nächsten Jahren gehen auf dem Land eine Vielzahl von Hausärzt*innen in den Ruhestand – beste Chancen also, als Jungmediziner*in eine gut gehende Praxis zu übernehmen. Warum also nicht im Studium, PJ oder der Facharztweiterbildung mithilfe der Förderangebote der KV Hessen schon mal Landluft schnuppern und ganz unverbindlich echte Einblicke in den Arbeitsalltag dort bekommen? Denn nur wer beide Arbeitsorte kennt, kann den eigenen Favoriten herausfinden.

Quellen:

https://www.hausarzt.digital/politik/kbv-und-kven/stadt-land-arzt-55018.html

https://www.doctors.today/a/niederlassung-auf-s-land-oder-in-die-stadt-1872287

https://karriere.unicum.de/archiv/arztkarriere-stadt-oder-land

 

 

 

 

Den inneren Schweinehund überlisten: So klappt’s mit dem Lernen!

Den inneren Schweinehund überlisten: So klappt’s mit dem Lernen!

Allgemein MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Jedes Semester das gleiche: Die Prüfungsphase kommt näher und die Lust, sich in Bücher und Mitschriften zu vertiefen, ist auf dem Tiefpunkt. Und das, obwohl dir das Studium eigentlich Spaß macht und du unbedingt Ärzt*in werden möchtest! Die beruhigende Nachricht: Es ist ganz normal, Motivationstiefs zu haben. Fast jede*r Student*in kennt das. Und oft braucht es gar keine großen Veränderungen, um sich dort wieder heraus zu manövrieren. Hier sind ein paar Tricks, mit denen du deinem inneren Schweinehund den Kampf ansagst und die Motivation fürs Lernen (wieder)findest.

Mach dir bewusst, warum du eigentlich studierst

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du dich ganz bewusst für das Medizinstudium entschieden hast. Welche Gründe hattest du dafür? Warum möchtest du den Arztberuf ergreifen? Und was macht dir jetzt im Studium besonders großen Spaß? Liste alle Dinge auf, die dich motivieren, die dir Freude bereiten und auf die du dich in deinem Berufsleben freust. Benutz dafür positive Formulierung und häng dir die Liste am besten gut sichtbar in deinem Zimmer auf. So hast du immer vor Augen, wofür du eigentlich studierst, und es fällt dir leichter, die nötigen Schritte umzusetzen (also mit dem Lernen voranzukommen 😉).

Schaff die richtige Lernumgebung

Niemand setzt sich gern an einen unaufgeräumten Schreibtisch. Auch wenn aufräumen oft ein Zeichen von Prokrastination ist, ist es sinnvoll, vor dem Lernen für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen und ein schönes Umfeld zu schaffen. Zuhause ist die Ablenkung trotz sauberer Wohnung einfach zu groß? Dann probier – wenn möglich – eine andere Umgebung aus. Vielleicht der Stillarbeitsbereich einer Bibliothek? Oder das sonnige Plätzchen im Hinterhof? Wenn du einen Lernplatz gefunden hast, an dem du dich wohlfühlst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dich dort öfter und länger aufhältst – eine gute Voraussetzung für Lernerfolg. 

Etabliere Routinen

Einer der besten und einfachsten Tricks, den Schweinehund auszutricksen, ist es, das Lernen als Routine zu etablieren – und zwar am besten auch außerhalb der Prüfungsvorbereitung. Die meisten Menschen sind Gewohnheitstiere und brauchen Struktur in ihrem Tagesablauf. Wenn du dir feste Lernkorridore einplanst und diese z. B. auch verbindlich in deinen Kalender einträgst, hilft dir das, Motivationstiefs zu vermeiden. Nach einiger Zeit haben sich diese Zeiten nämlich als Fixpunkte in deinem Alltag etabliert und das Lernen gehört ganz selbstverständlich dazu. Netter Nebeneffekt: So beugst du auch Zeitdruck vor Prüfungen vor, denn du verteilst die Lernzeit gleichmäßiger auf das Semester.

Such dir Gleichgesinnte

Zugegeben: Es ist gerade nicht die Zeit, um sich in Gruppen zu treffen. Trotzdem kann es helfen, dir Kommiliton*innen zu suchen, mit denen du eine Lerngruppe bildest. Vielleicht verabredet ihr euch digital zu einem regelmäßigen Termin und tauscht euch über Erfolge, Fortschritte oder Unklarheiten aus? Das stärkt die Motivation, aber auch die Verbindlichkeit. Denn wenn es klare Absprachen gibt, was bis dahin gelernt wird, hast du keine Ausrede, dich vor dem Lernen zu drücken. Du willst die anderen ja nicht hängenlassen, oder?

Sorg für Ausgleich und die richtige Balance

Viel hilft viel? Nicht unbedingt. Denn um die Motivation nicht zu verlieren, solltest du dir auch Lernpausen gönnen und aktiv für Ausgleich und Erholung sorgen. Geh am besten an die frische Luft und beweg dich. Egal ob spazieren gehen, joggen, skaten, Rad fahren – es ist wichtig, dass du mal abschaltest und den Kopf freibekommst. Auch ein flexibler Nebenjob kann für Ausgleich sorgen. Du musst deine Nase nicht 24/7 in Bücher stecken, um erfolgreich zu sein. Nutze deine Lernphasen lieber effektiv, sodass du noch Zeit für Schönes hast!

Setz dir realistische Ziele

Klar kannst du dir vornehmen, dass 500-Seiten-Lehrbuch in drei Tagen durchzuarbeiten. Das wird aber sehr wahrscheinlich nicht klappen. Setz dir deshalb lieber realistische Ziele und denke in Etappen. „Jeden Tag ein Kapitel“ ist viel besser umsetzbar als „Das ganze Buch bis Ende der Woche“. Das gleiche gilt übrigens auch für die Planung deines Semesters. Wenn du gerade ein Motivationstief hast und schon absehen kannst, dass die Kurs- und Arbeitsbelastung sehr hoch sein wird, ist es ratsam, lieber von Anfang an weniger Veranstaltungen zu besuchen – auch wenn es dir schwerfällt. So verhinderst du Überbelastung und bleibst bei deinen ausgewählten Kursen eher am Ball.   

Zu guter Letzt: Versuche zu akzeptieren, dass du keine „Lernmaschine“ bist und es immer wieder Momente geben wird, in denen es schwierig ist, Motivation zu finden. Wichtig ist, dass du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst und dir bewusst machst, dass du gerade in einer solchen Phase steckst. So fällt es dir leichter, den Schweinehund auch wieder in seine Schranken zu weisen. Ganz wichtig dafür: Sei stolz darauf, was du schon geschafft hast und freu dich auf das, was du alles noch erreichen kannst, wenn du weiterhin an dich glaubst und auf dein Ziel hinarbeitest.

 

Quellen:

https://www.studienscheiss.de/tipps-lernen-anfangen/

https://www.studienscheiss.de/studienziele-erfolgssichere-schritte/#

https://www.unijobs.at/blog/motivationstief-im-studium-den-inneren-schweinehund-ueberlisten/

https://www.audimax.de/studienhilfe/lerntipps/schweinehund-ueberwinden-lernen/

 

 

 

 

Nach dem Studium: So klappt’s mit dem Berufseinstieg

Nach dem Studium: So klappt’s mit dem Berufseinstieg

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Sechs Jahre Studium sind rum, das Staatsexamen geschafft – jetzt kann es losgehen mit der Karriere als Ärzt*in! Leider hält die Euphorie nach dem Abschluss oft nur kurz an, denn der Berufseinstieg ist für Mediziner*innen gar nicht so einfach. Die passende Stelle finden, mit der neuen Verantwortung klarkommen, sich in Arbeitsprozesse einfinden, an wechselnde Arbeitszeiten (Schichtdienst) gewöhnen, die eigene Weiterbildung organisieren und und und – die Liste an potentiell schwierigen Themen für Berufseinsteiger*innen ist lang. Dennoch kein Grund, um frustriert zu sein oder Angst vor der Zeit nach dem Studium zu haben. Wir haben einige Tipps für mehr Gelassenheit in den ersten Arbeitswochen als Assistenzärzt*in in der Klinik für euch!

1. Augen auf bei der Stellenwahl

Damit es mit dem Berufseinstieg klappt, überlegt euch unbedingt vorher, welche Klinikstelle zu euren Berufszielen passt. Möchtet ihr eine akademische Laufbahn einschlagen, ist ein Universitätsklinikum die richtige Wahl. Wer viele verschiedene Krankheitsbilder sehen möchte und vielleicht auch noch nicht genau weiß, wohin die Berufsreise gehen soll, ist in einem Haus mit Maximalversorgung sicherlich gut aufgehoben. Wer sich eher für Basisversorgung interessiert, wird in einer kleinen Klinik viel lernen.

Wenn die Zeit es erlaubt, kann eine Hospitation sinnvoll und sehr aufschlussreich sein. So könnt ihr herausfinden, ob die Aufgaben und das Team zu euren Wünschen passen. Habt ihr eine Stelle gefunden, die zu euch zusagt, lösen sich andere Probleme des Berufseinstiegs zwar nicht in Luft auf. Aber es ist deutlich einfacher, motiviert zu bleiben, wenn ihr euch bewusst für diesen Weg entschieden habt und wisst, dass er zu eurem beruflichen Ziel passt. 

2. Die neue Rolle annehmen

Vor dem ersten Tag solltet ihr euch auf jeden Fall die Zeit nehmen, eure neue Rolle und Position zu reflektieren. Ihr seid nun kein*e Student*innen mehr, sondern vollwertige Mitarbeiter*innen der Klinik. Auch wenn die Entscheidungsspielräume anfangs noch begrenzt sind, so tragt ihr echte Verantwortung für das Wohl der Patient*innen und müsst medizinische Entscheidungen treffen. Als Neulinge seid ihr trotzdem erst einmal das kleinste Rad im Getriebe und dementsprechend solltet ihr euch verhalten. Von Pflegekräften, die theoretisch weder über noch unter euch stehen, könnt ihr viel Organisatorisches lernen, was das Einfinden in die neue Arbeit und Umgebung erleichtert. Den Patient*innen hingegen ist es egal, dass ihr noch Anfänger*innen bist. Sie erwarten klare Kommunikation und verbindliche Diagnosen. Wenn ihr verinnerlicht habt, welche Rolle ihr in eurem neuen Job einnehmt und wie ihr euch Kolleg*innen und Patient*innen gegenüber am besten verhaltet, könnt ihr mit dem nötigen, aber nicht übertriebenen Selbstbewusstsein durchstarten!

3. Fragen stellen und Hilfe holen

Kein*e Assistenzärzt*in muss vom ersten Tag an alles wissen und alles alleine machen. Ohne Berufserfahrung ist es unmöglich, immer sofort eine Antwort parat zu haben. Deshalb solltet ihr Hilfe annehmen und akzeptieren, dass Nachfragen völlig in Ordnung sind. Vielleicht kann eine routinierte Pflegekraft weiterhelfen, vielleicht – bei Fragen zu Behandlungsschemata oder Routineabläufen – auch erfahrene Assistenzärzt*innen. Und wenn das alles nichts bringt, dann ist immer noch ein*e Oberärzt*in da, um euch ganz konkret zu unterstützen.

Kleiner Tipp: Statt zu jammern und langatmig Probleme zu schildern, stellt Vorgesetzten besser konkrete Fragen, z. B. zur Auswahl des passenden Medikaments oder dem nächsten Behandlungsschritt. So zeigt ihr, dass ihr fokussiert arbeitet, sinnvoll kommuniziert und etwas lernen möchtet.

4. Teamplayer*in sein und Verbündete suchen

Jede*r kämpft für sich allein? Auf keinen Fall. Gute Ärzt*innen sind Teamplayer*innen und unterstützen sich gegenseitig. Mit ihrer fachlichen Kompetenz, im Bereich Organisation oder einfach dadurch, dass sie aufeinander Acht geben und Hilfe anbieten (und zulassen!). Vielleicht gibt es in eurem Krankenhaus oder auf eurer Station ja einen Stammtisch oder ein anderes Forum, in dem Assistenzärzt*innen sich austauschen können? Ihr sitzt schließlich alle im selben Boot und eure Kolleg*innen haben bestimmt noch ein paar gute Tipps parat, die im Stationsalltag helfen.

Fazit: Gut vorbereiten, klare Ziele haben und nicht entmutigen lassen!

Der Berufseinstieg ist für Mediziner*innen keine einfache Phase. Wer sich über die eigenen beruflichen Wünsche und Ziele aber klare Gedanken macht, sich eine passende Stelle sucht und seine neue Rolle annimmt, hat schon große Hürden auf dem Weg genommen. Die Routine bei der Behandlung von Patient*innen kommt durch das stetig wachsende Fach- und Praxiswissen dann Im Laufe der Zeit ganz von selbst. Deshalb: Nicht entmutigen lassen, dranbleiben und euch freuen, dass ihr einen so spannenden und abwechslungsreichen Beruf gewählt habt!

Quellen:

https://www.praktischarzt.de/magazin/10-tipps-fuer-assistenzaerzte/

https://arztundkarriere.com/ratgeber/berufseinstieg-fuer-aerzte/

https://m.thieme.de/viamedici/arzt-im-beruf-weiterbildungs-coach-allgemeine-infos-1570/a/die-besten-tipps-zum-klinikeinstieg-26893.htm

 

 

 

Famulatur: Das musst du wissen!

Famulatur: Das musst du wissen!

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Jedes Studium sieht irgendeine Form von Praxis vor. Aber vermutlich gibt es nur wenige Studiengänge, in denen die praktischen Phasen so genau definiert und von vornherein festgelegt sind wie die Medizin. Gerade im zweiten, klinischen Abschnitt des Studiums wartet mit der Famulatur ein spannender Einblick in die Tätigkeit als Ärzt*in auf euch. Es lohnt sich also, sich Dauer, Aufbau und Ablauf der Famulatur einmal näher anzuschauen.

Ein Begriff, vier Phasen

Der Begriff „Famulatur“ kann in die Irre führen, denn er erweckt den Eindruck, es handele sich dabei nur um ein einziges Praktikum. Das stimmt so aber nicht. Denn darunter subsumieren sich vier Praxisphasen a 30 Tagen, also insgesamt 120 Tage belaufen. Achtet also unbedingt darauf, immer volle 30 Kalendertage (und nicht etwa 4 Wochen) abzuleisten und bescheinigt zu bekommen, denn sonst kann eure Famulatur als ungültig abgelehnt werden – und die Famulaturzeugnisse braucht ihr für die Anmeldung zum Praktischen Jahr. Alle Famulaturen sind in den vorlesungsfreien Zeiten, also den Semesterferien bzw. den offiziellen Ferien (etwa über Weihnachten) zu absolvieren. Alternativ könnt ihr dafür aber auch ein Urlaubssemester nehmen und die Famulaturen nacheinander am Stück ableisten.

Egal für welche Variante ihr euch entscheidet – bis zur Zweiten Ärztlichen Prüfung müsst ihr die Nachweise beisammenhaben. Ihr habt also gemessen an der Regelstudienzeit vier Jahre Zeit dafür. Was ihr bei der Planung und Organisation unbedingt bedenken solltet: Die Famulaturen sind Vollzeitpraktika, also ganztägig an fünf Tagen die Woche zu absolvieren, und im Normalfall nicht vergütet. Euren Nebenjob oder weitere in den vorlesungsfreien Zeiten zu erbringende Leistungen müsst ihr also darauf abstimmen bzw. vielleicht sogar eine Zeitlang verschieben.

Vier Phasen, drei Stationen

Aber nicht nur, wie lange die Famulaturen dauern und bis wann sie abzuleisten sind, ist klar geregelt. Auch das „Wo“ steht von vornherein fest. Ihr durchlauft in den Famulaturen nämlich insgesamt drei Stationen der Patientenversorgung:

Stationär: Zwei Famulaturen sind in einem Krankenhaus oder alternativ in einer stationären Rehabilitationseinrichtung zu absolvieren.

Ambulant: Eine Famulatur muss in einer ambulanten, ärztlich geleiteten Einrichtung abgeleistet werden. Darunter fallen nicht nur Arztpraxen, sondern auch Ambulanzen, Notaufnahmen oder Polikliniken.

Hausärztlich: Seit 2012 ist ein weiterer Monat der Famulatur im hausärztlichen Versorgungsbereich Pflicht. Dazu gehören neben Allgemeinärzten auch Kinderärzte sowie Internisten, die keine Schwerpunktbezeichnung aufweisen.

Spezielle Regeln einzelner Bundesländer und Auslandsaufenthalte

Für Medizinstudierende in Hessen gilt: Die Famulatur muss in vier Abschnitten von je 30 Tagen abgeleistet werden. Andere Bundesländer, zum Beispiel Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein, lassen hingegen auch eine Aufsplittung in Intervalle von 15 Tagen zu. Es lohnt sich also, sich vorab zu informieren, was an eurem Studienort bzw. in eurem Bundesland möglich ist oder nicht.

Famulaturen könnt ihr grundsätzlich auch im Ausland durchführen. Tatsächlich wählen jedes Jahr viele Studierende diesen Weg, praktische Erfahrung und Auslandsaufenthalt zu kombinieren. Informiert euch einfach mal an eurer Uni oder bei Austauschorganisationen. Die Anerkennung ist in der Regel problemlos möglich, wenn die oben genannten Regeln (Dauer, Station) erfüllt sind und ihr ein entsprechendes Zeugnis (auf Deutsch oder als beglaubigte Übersetzung) vorlegen könnt.

Unsere Unterstützung für eure Famulatur!

Die vier Famulaturabschnitte sind spannende Möglichkeiten, zum ersten Mal richtig in euren zukünftigen Beruf hineinzuschnuppern und vielleicht sogar schon Fachgebiete zu entdecken, mit denen ihr euch nach dem Studium vertieft beschäftigen möchtet. Nichtsdestotrotz ist die Organisation und Finanzierung der Famulaturen nicht immer einfach. Deshalb unterstützen wir euch dabei. Die KV Hessen fördert euch z. B. bei eurer Famulatur in einer hausärztlichen Praxis in einer ländlichen Region Hessens. Und das für bis zu 60 Tage, wenn ihr die Abschnitte ambulante und hausärztliche Patientenversorgung dort kombiniert absolviert. Informiert euch gleich hier über diese und alle weiteren unserer Förderungsmöglichkeiten für Medizinstudierende.

 

 

We care: Unsere Überraschungsbox für euch!

We care: Unsere Überraschungsbox für euch!

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Dass wir uns im letzten Jahr nicht wie üblich regelmäßig in Kursen oder bei Veranstaltungen an den hessischen Unis sehen konnten, finden wir immer noch sehr schade. Und wenn wir ehrlich sind, wissen wir auch jetzt noch nicht, was 2021 wieder möglich sein wird und was nicht. Trotzdem sind wir weiterhin mit unseren Angeboten – von Beratung bis Förderung – für euch da. Und weil wir wissen, wie schwierig und auch belastend die aktuelle Situation für Studierende ist, möchten wir unseren MedWissern gerne eine kleine Freude machen und euch eine kleine Selfcare-Box zuschicken. Was drin ist? Das verraten wir vorab natürlich nicht. Loggt euch einfach in euren MedWisser-Account ein, füllt unser Anmeldeformular aus und dann macht sich die We-care-Box schon bald auf den Weg zu euch.

Falls ihr euch fragt, warum ihr euch für die Box noch einmal anmelden müsst und wir sie nicht einfach an alle registrierten MedWisser schicken: Weil wir wollen, dass sie wirklich bei euch ankommt. Und weil einige Adressen vielleicht nicht mehr aktuell sind oder ihr euch eventuell gar nicht in eurer Unistadt aufhaltet im Moment, gehen wir diesen Weg. Das Ausfüllen des Formulars geht aber ratzfatz (versprochen!) und dann haltet ihr die Box schon bald in euren Händen. Erzählt auch gerne anderen Medizinstudierenden vom MedWisser-Angebot und unserer Aktion. Wir möchten schließlich, dass möglichst viele von euch sich über die Selfcare-Box freuen können.

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Niederlassung – so unterstützt die KV Hessen euch!

Niederlassung – so unterstützt die KV Hessen euch!

Allgemein Hessen - Leben & Arbeiten MedWisser Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare

Die Selbstständigkeit klingt reizvoll, ist aber ein großer Schritt, auf den ihr euch nicht vorbereitet fühlt und der auch finanziell riskant erscheint? Verständlich. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich niemand bei der Niederlassung allein gelassen fühlt. Unsere kostenlosen Beratungsangebote sind für alle da, die sich unverbindlich und umfassend über Chancen und Risiken der Selbstständigkeit informieren möchten und Ängste nehmen. Und wenn ihr schon einen Schritt weiter seid, können wir euch mit finanziellen Hilfen unter die Arme greifen, die euch gerade in der Anfangszeit entlasten und Risiken minimieren. Hier ein kleiner Überblick über unsere Angebote:

 

Beratung

Summer- und Winterschool

Ein langes Wochenende voll mit geballtem Wissen rund um das Thema Niederlassung und einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm: Die Summer- und Winterschool bieten zweimal im Jahr grundlegende Informationsmöglichkeiten für fortgeschrittene Studierende, die sich für eine Niederlassung interessieren. Außerdem gibt`s jede Menge Spaß und die Chance zum Austausch mit anderen.

Doc’s Camp

Zwei Wochenenden für eure Zukunftsplanung: Im Doc’s Camp erfahren Assistenzärzt*innen in Weiterbildung (ÄiW) alles, was sie schon jetzt über die Niederlassung wissen sollten. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, dort eure Fragen mit qualifizierten Referent*innen und niedergelassenen Ärzten verschiedener Fachrichtungen zu diskutieren. Die perfekte Gelegenheit, sich vertieft mit der eigenen beruflichen Zukunft zu beschäftigen.

 

Finanzielle Förderung

Start gut!

Mit einer eigenen Praxis tragt ihr als Ärzt*in dazu bei, die ambulante medizinische Versorgung zu sichern. Es gibt allerdings immer wieder Regionen, in denen sich zu wenige Mediziner*innen bestimmter Fachrichtungen niederlassen. Wer einen besonderen Versorgungsbedarf deckt, kann dafür dank „Start gut!“ 24 Monate finanzielle Förderung erhalten – und das sogar schon während der Facharztweiterbildung.

Honorargarantie

Der Start in die Selbstständigkeit ist herausfordernd – gerade finanziell. Deshalb gibt es die Möglichkeit der Honorargarantie für die ersten zwei Quartale nach Praxisstart. Sie gilt für Ärzt*innen bestimmter Fachgebiete, die sich in Regionen mit besonderem Versorgungsbedarf niederlassen.

Umzugszuschuss

Ihr lasst euch zum ersten Mal nieder und müsst dafür umziehen? Dann könnt ihr unter bestimmten Voraussetzungen vom Umzugszuschuss der KV Hessen profitieren. Einzige Bedingung: Ihr lasst euch als Haus- oder Fachärzt*in einem Gebiet mit besonderem Versorgungsbedarf nieder.

Kinderbetreuung

Selbstständig mit Kind? Manchmal ein ganz schöner Spagat. Deshalb unterstützt die KV Hessen Ärzt*innen in Weiterbildung in einem Gebiet mit besonderem Versorgungsbedarf bzw. Haus- und Fachärzt*innen, die sich in einem solchen Gebiet erstmalig niederlassen besonders. Bis zu drei Jahre lang könnt ihr euch monatlich Kinderbetreuungskosten in Höhe von maximal 400 € erstatten lassen.

Lust auf noch mehr Infos zum Thema Niederlassung? Dann schaut mal auf unserem Blog vorbei!

Allgemeinmedizin – warum eigentlich nicht?

Allgemeinmedizin – warum eigentlich nicht?

Allgemein Hessen - Leben & Arbeiten Niederlassen! Rund um die Weiterbildung Rund ums Studium Seminare Termine

Allgemeinmedizin – warum eigentlich nicht?

Wer Medizin studiert, für den stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage: Welches Fachgebiet soll es eigentlich mal werden? Hoch im Kurs bei Studierenden stehen seit Langem zum Beispiel die Chirurgie, die Innere Medizin oder auch die Anästhesiologie. Viele können sich auch gut vorstellen, Kinderärzt*in zu werden. Kaum aber jemand träumt von der Allgemeinmedizin. Warum eigentlich nicht?

Vielseitig und ganz nah dran

Fachärzt*innen sind echte Profis auf ihrem Gebiet. Das gilt für Allgemeinmediziner*innen ganz genauso wie für z. B. Radiolog*innen, Hautärzt*innen oder Orthopäd*innen. Während Letztere allerdings wirklich tief in das Spezialwissen ihres Fachgebiets eintauchen, eignen sich Allgemeinmediziner*innen während der Facharztausbildung grundlegende Kenntnisse aus zig Fachbereichen an. Dabei gehen sie natürlich inhaltlich nicht so sehr in die Tiefe wie ihre speziell ausgebildeten Fachkolleg*innen, erwerben aber ein breites medizinisches Wissen, aus dem sie im Alltag tagtäglich schöpfen können. Denn wenn die Allgemeinmedizin eines ist, dann unglaublich vielseitig und abwechslungsreich. Zu den am häufigsten behandelten Krankheitsbildern gehören Krankheiten des Muskel-, Skelett- und Bindegewebssystems, Krankheiten der Atemwege, Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Probleme und Verhaltensstörungen.

Die meisten Allgemeinmediziner*innen sind als Hausärzt*in tätig. Allein daraus ergibt sich das breite Behandlungsspektrum. Gerade in ländlichen Regionen ist der Weg in eine Facharztpraxis oft weit, sodass die Hausärztin oder der Hausarzt erste* Ansprechpartner*in bei medizinischen Problemen ist. Von der Erkältung über die Sportverletzung bis hin zu Demenz ist alles dabei. Wer sich für die Allgemeinmedizin entscheidet, den erwartet also ein abwechslungsreicher Alltag, in dem Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen in der Praxis vorstellig werden. Oft baut sich im Laufe der Zeit eine echte Bindung zwischen Patient*in und Ärzt*in auf und beide lernen sich gut kennen. Gerade weil die Hausärztin bzw. der Hausarzt viel über die Krankengeschichte von Patient*innen weiß, kommt ihr oder ihm eine Schnitt- und Koordinationsfunktion zu, z. B. wenn Überweisungen zu Fachärzt*innen anderer Fachgebiete oder zu Therapeut*innen notwendig sind. Hausärzt*innen sollten also auch kommunikativ sein und Behandlungen gerne in Abstimmung mit anderen Praxen organiseren.

Beruf und Familie kombinieren

Schon bei der Berufswahl spielt für viele junge Menschen heutzutage die Frage nach der Vereinbarkeit von Karriere und Familie eine große Rolle – natürlich auch in der Medizin. Der Großteil der Medizinstudierenden ist weiblich, aber auch immer mehr angehende Ärzte haben keine Lust auf 80-Stunden-Arbeitswochen, Schichtdienste und Bereitschaften. Als Allgemeinmediziner*in in der ambulanten Versorgung ist es möglich, ein erfülltes Berufs- und Familienleben zu haben. Gerade wer eine eigene Praxis gründet, legt z. B. die Arbeitszeiten selbst fest. Immer mehr junge Ärzt*innen entscheiden sich außerdem für die Gründung einer Praxisgemeinschaft, in der auch problemlos in Teilzeit gearbeitet werden kann.

Und durch die Aufhebung der Residenzpflicht ist auch die Niederlassung als Allgemeinärzt*in im ländlichen Raum noch einmal deutlich attraktiver geworden. Wohnen in der Stadt, arbeiten auf dem Land – das geht inzwischen problemlos. Hinzu kommt: In den kommenden Jahren gehen auch in Hessen tausende Allgemeinmediziner*innen bzw. Hausärzt*innen in den Ruhestand und suchen Nachfolger*innen. Die Chancen, eine gut gehende Praxis zu übernehmen, sind aktuell also hervorragend.

Dein eigenes Ding machen

Aber nicht nur aufgrund der guten Berufsaussichten und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist es lohnenswert, eine Laufbahn als Allgemeinmediziner*in in Betracht zu ziehen. Auch finanziell rechnet es sich, denn Hausärzt*innen verdienen gutes Geld. Über 220.000 Euro an Honorarumsatz waren es durchschnittlich im Jahr 2015 in Hessen. Natürlich hängt der Verdienst auch mit dem Behandlungsspektrum zusammen. Hier bietet die Allgemeinmedizin Fachärzt*innen spannende Zusatzqualifikationen, z. B. in den Bereichen Sportmedizin, Suchtmedizin, Tropenmedizin oder Akupunktur. Damit könnt ihr auch als Allgemeinmediziner*in euer Profil schärfen und eure Praxis noch einmal weiterentwickeln.

Fazit: Allgemeinmedizin – viel spannender als ihr Ruf!

Als Allgemeinmediziner*in/Hausärzt*in in der ambulanten Versorgung zu arbeiten, hat leider immer noch keinen besonders guten Ruf. Dabei ist die Tätigkeit vielseitig und lässt sich gut mit dem Familienleben vereinbaren. Hinzu kommt die Langzeitbetreuung von Patient*innen, die viele Hausärzt*innen als sehr spannend und wertvoll beschreiben. Nicht zuletzt sind die Verdienstmöglichkeiten für niedergelassene Hausärzt*innen nicht zu verachten. Wer ein abwechslungsreiches Fachgebiet mit einem breiten Behandlungsspektrum sucht, sollte deshalb einen zweiten Blick auf die Allgemeinmedizin werfen!

Lust auf mehr zum Thema? Alle Beiträge zur Allgemeinmedizin findet ihr hier:  https://www.arzt-in-hessen.de/tag/allgemeinmedizin/